Wenn der Baumschmuck verschwindet

Was Christbaumschmuck anbelangt, ist man in meiner Familie im allgemeinen nicht wählerisch. Nichts liegt uns ferner, als die jährlich wechselnden Farb- und Thementrends der Warenhäuser mitzumachen und unser Bäumchen mal mit Flamingos, mal mit Cupcakes zu behängen.

Christina Genova
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christmas chocolate bell (Bild: (17948546))

christmas chocolate bell (Bild: (17948546))

Was Christbaumschmuck anbelangt, ist man in meiner Familie im allgemeinen nicht wählerisch. Nichts liegt uns ferner, als die jährlich wechselnden Farb- und Thementrends der Warenhäuser mitzumachen und unser Bäumchen mal mit Flamingos, mal mit Cupcakes zu behängen. Hoffnungslos altmodisch bedienen wir uns alle Jahre wieder aus dem von zwei Generationen angesammelten Fundus an Glaskugeln; die eine oder andere davon hat schon bessere Tage erlebt.

Keinen Spass versteht meine Familie jedoch hinsichtlich der süssen Versuchungen. Die in bunte Alufolie verpackten Sterne, Monde und Glöckchen aus Schokolade werden jeweils als krönender Abschluss am Christbaum befestigt. Natürlich darf es an Weihnachten keine No-Name-Schokolade und selbstverständlich keine aus dem Ausland sein, sondern nur beste Schweizer Markenschokolade – da macht meine sonst so weltoffene Familie keine Kompromisse. Ausserdem setzt man bei uns auf innere Werte, sprich, der süsse Christbaumschmuck muss feinste Pralinémasse enthalten und darf innen keinesfalls hohl sein.

Dann erfüllt sich alljährlich ein Weihnachtswunder der besonderen Art: Schon wenige Stunden nach Heiligabend hängt jeweils nur noch vereinzelt essbarer Schmuck an den Zweigen. Und spätestens am dritten Weihnachtstag ist der Christbaum schokoladefreie Zone. Das Rätsel des verschwundenen Baumschmucks konnte bisher niemand lösen.

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