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WEITERBILDUNG: Hans muss lernen

In der digitalen Welt werde ständiges Lernen noch wichtiger, sagt ETH-Präsident Lino Guzzella. Gestern hat er eine neue Schule für Weiterbildung eröffnet.
Bruno Knellwolf
Die ETH Zürich bietet Weiterbildung für ihre Ingenieure. (Bild: Key)

Die ETH Zürich bietet Weiterbildung für ihre Ingenieure. (Bild: Key)

Bruno Knellwolf

Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich, zeigt auf ein Zitat, in dem sich einer darüber beklagt, dass er alle fünf Jahre etwas Neues lernen müsse. Der Kläger ist kein Geringerer als der Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Das 200 Jahre alte Zitat zeigt, dass Weiterbildung keine neue Erfindung ist. «Allerdings veraltet das Wissen heute immer schneller», sagt Guzzella. Deshalb müsse ein Mensch heute ständig an vorderster Front sein mit seinem Wissen – gerade in der digitalisierten Welt mit ihrem horrenden Tempo.

Industrie 4.0, Digitalisierung und Internet der Dinge: Stichworte, die nach dem ETH-Präsidenten zeigten, wie stark die Auswirkungen auf die Arbeitswelt seien und damit die Nachfrage nach vielfältigen Kompetenzen. Diesem Ruf nach intensivem lebenslangem Lernen folgt die ETH Zürich, die jetzt eine neue Schule für Weiterbildung gründet. Unter dem neuen Dach der «School for Continuing Education» werden vier Bereiche für die Weiterbildung angeboten: «Environment, Infrastructure & Architecture», «Technology, Management & Innovation», «Public Policy & Governance» und «Health, Life & Natural Science».

Gedacht für Hochschulabsolventen

Gedacht sind die Weiterbildungskurse in erster Linie für Masterabsolventen, die in der Industrie ihren Platz haben und vielleicht im Rahmen eines Sabbaticals, eines unbezahlten Urlaubs eine Weiterbildung an der ETH Zürich absolvieren können, wie ETH-Rektorin Sarah Springman erklärt. Die Weiterbildung an der ETH werde dynamisch gestaltet in enger Zusammenarbeit mit der Industrie. Als Beispiel nennt sie die Weiterbildung im Bereich «Cyber Security». «Gerade da müssen wir schnell auf die Bedürfnisse der Wirtschaft und Gesellschaft eingehen», sagt die Rektorin. Es gebe immer mehr Cyberattacken und dafür brauche es viele Spezialisten, welche der schnellen Entwicklung im Internet folgen könnten. Nicht nur Informatiker, sondern auch Führungsleute in Firmen, die verstünden, wo die Gefahren lauerten. Hans Hess, Präsident des Schweizerischen Maschinenverbands Swissmem ist erfreut über das neue Angebot der ETH Zürich. «Ingenieure müssen sich permanent weiterbilden. Das kostet zwar, aber langfristig ist der Nutzen enorm», sagt Hess. Die Angst, dass wegen der Digitalisierung Arbeitsplätze verlustig gehen, teilt er nicht. «Bald gehen die Babyboomer in Pension, da brauchen wir Arbeitskräfte.» Solche, die sich von einem Beruf in einen anderen umschulen. Er selbst habe viele Tausend Franken in Weiterbildung investiert, die sich persönlich sehr gelohnt habe. Die Halbwertszeit des Wissens habe sich beschleunigt, «Learning by doing» bleibe wichtig, reiche in der Zeit der Digitalisierung und Komplexität aber nicht mehr. Die ETH biete nun eine personalisierte, individuelle Weiterbildung an, was helfe, Fachkräfte auszubilden.

Moderate Kosten für Kurse

Die Kosten für einen Weiterbildungskurs an der ETH belaufen sich je nach Fachrichtung zwischen 12000 und 16600 Franken. Der Kurs läuft entweder drei Monate im Vollstudium, kann aber auch in Teilzeit auf zwei Jahre gedehnt werden. Die ETH bietet also Weiterbildung für Absolventen höherer Schulen. Da besteht die Gefahr, dass die Gesellschaft sich noch mehr in Wissende und Unwissende teilt. Diese Gefahr sieht der ETH-Präsident auch, sagt aber: «Wir können nicht das ganze Bildungsspektrum abdecken und müssen uns auf Masterabsolventen konzentrieren». Andere Ausbildungsstätten müssten sich ihnen anschliessen und ebenfalls Weiterbildung anbieten. Denn egal ob Ingenieur oder Handwerker, weiterbilden müssten sich alle.

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