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WEIN: Die Frostnächte waren zu hart

Das Jahr 2017 brachte die kleinste Weinernte seit dem Jahr 1978. Der Frühling war zu frostig, der Sommer zu heiss.
Verzweifelte Versuche der Erwärmung mit ungewissem Erfolg in den Frostnächten im April. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (Fläsch, 28. April 2017))

Verzweifelte Versuche der Erwärmung mit ungewissem Erfolg in den Frostnächten im April. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (Fläsch, 28. April 2017))

Das Wetter hat die Weinernte im vergangenen Jahr stark beeinträchtigt. Mit 79 Millionen Litern fuhren die Schweizer Winzer die seit 1978 kleinste Ernte ein. Die Winzer haben 27 Prozent weniger geerntet als noch im Vorjahr, wie das Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) gestern mit­teilte. Die aussergewöhnlichen Frostnächte im April hätten zu grossen Schäden in den Rebbergen geführt. Der heisse und trockene Sommer – der drittwärms­te seit Messbeginn – sowie Hagelschlag im August hätten die Erntemenge zusätzlich reduziert.

Besonders gross war die Ernteeinbusse in der Westschweiz: Dort konnten die Weinbauern 2017 lediglich 72 Prozent der Vorjahresmenge ernten, 24,7 Millionen Liter weniger als 2016. In der Deutschschweiz betrug die Weinernte 81 Prozent (–2,4 Millionen Liter) und in der italienischen Schweiz 77 Prozent (–1,4 Millionen Liter) der Menge vom Vorjahr.

Der durchschnittliche Jahreskonsum von Schweizer Wein liegt laut BLW bei 100 Millionen Litern. Die Ernte 2017 sei nach den Ernten in den Jahren 2013, 2014 und 2015 bereits die vierte innerhalb von fünf Jahren, die unter dem eigentlichen Konsum liege.

Qualität ist dafür umso höher

Weinliebhaber dürfen sich trotzdem freuen, denn die Qualität der Trauben ist laut BLW umso höher. Die nassen Sommermonate 2016 haben bewirkt, dass 2017 weniger Blüten und somit weniger Trauben ausgebildet wurden. Danach hat der heisse Sommer 2017 vielerorts zu mässigem Trockenstress und deshalb zu kleineren Traubenbeeren mit weniger Saft und hohem Zuckergehalt geführt. Die Traubenqualität sei deshalb sehr zufriedenstellend, schreibt das zuständige Bundesamt.

Darlehen gehen vor allem ins Wallis

In Notlage geratene Landwirte haben vom Bund Darlehen in Höhe von 9,5 Millionen Franken erhalten. Davon seien 2,7 Millionen Franken ins Wallis geflossen, sagte Jürg Jordi, Sprecher des BLW. Wie viel Geld allein die Winzer vom Bund erhalten haben, lasse sich nicht beziffern. Vom Betriebshilfefonds des Bundes hätten beispielsweise auch Obstbauern profitiert.

Im vergangenen Jahr sind aber nicht so viele Bauern wie befürchtet in Notlage geraten. Im Juni hatte der Bund noch 50 Millionen Franken für Landwirte mit Liquiditätsproblemen in Aussicht gestellt. Gerade bei den Winzern liessen sich die Verluste allerdings oft erst später berechnen, erklärte Jordi. Dann nämlich, wenn sie aufgrund der kleinen Ernte weniger Wein verkaufen können. (sda)

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