Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wechselweises Kennenlernen

Zygmunt Bauman «Die Angst der anderen», Essay über Migration und Panikmache. Edition Suhrkamp 2016, 125 S., Fr. 18.90
Erika Achermann
Bild: Erika Achermann

Bild: Erika Achermann

Zygmunt Bauman

«Die Angst der anderen», Essay über Migration und Panikmache. Edition Suhrkamp 2016, 125 S., Fr. 18.90

«Es gibt keinen anderen Ausweg aus der Krise als die Solidarität zwischen den Menschen», schreibt der 1925 in Polen geborene und in England lehrende Zygmunt Bauman in seinem Essay. Angesichts der gegenwärtigen emotionalen Debatte über Migration müsse von einer «moralischen Panik» gesprochen werden, schreibt Bauman, einer der bedeutendsten Soziologen der Gegenwart. Die Gründe, die zu Flüchtlingsströmen führen, würden in den Medien weitgehend ausgeblendet, und Angst schürende Politiker verbreiteten Verleumdungen. Es gebe keinen anderen Weg als das wechselweise Kennenlernen. Die Würde der Geflüchteten ist nur gewährleistet, wenn diese Menschen nicht hinter Stacheldraht in Lagern festgesetzt werden, sondern das Gespräch gesucht wird, denn «Hass, Angst vor anderen, Zorn kommen direkt aus dem Unbewussten», Abhilfe kann nur der gegenseitige Respekt schaffen.

Najem Wali

«Im Kopf des Terrors. Vom Töten mit und ohne Gott», Reihe Unruhe bewahren, Residenz- Verlag 2016, 157 S., ca. Fr. 26.-

Europäische Literatur mit analytischem Blick

Terror ist so alt wie die Menschheit. In der Literatur findet man Terroristen schon immer, angefangen bei den alten Griechen bis zu Georg Büchner, Sartre, Hemingway und Dostojewski. Mörder Raskolnikow in «Verbrechen und Strafe» bereitet seine Tat minutiös vor, und lesend begleitet man die Schilderung seiner Beweggründe. Dass Terror weder Hautfarbe, Geschlecht noch Religion kennt, erkennen wir bereits in der Französischen Revolution; sie diente der Aufklärung, aber in ihrem Namen wurden Verbrechen begangen. Die Fremdenlegion rekrutiert Ausländer, um «zerstörerische Elemente aus der Gesellschaft zu entfernen und sie im Kampf gegen die Feinde Frankreichs einzusetzen». Bis heute gehen Männer zum Morden in fremde Länder – auch Schweizer haben in fremden Heeren gedient! Interessant sind die Beobachtungen, weil sie von einem gebürtigen Iraker angestellt werden: Najem Wali floh 1980 als 14-Jähriger nach Deutschland, studierte Germanistik und liest mit analytischem Blick europäische Literaturen.

Bild: Erika Achermann

Bild: Erika Achermann

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.