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Was ziehe ich vom Homeoffice ab?

Unser Experte José Muro war auch beim zweiten Steuertelefon für Leserinnen und Leser ein gefragter Mann. Auf dieser Seite präsentieren wir eine kleine Auswahl an Fragen und Antworten – von der Säule 3a bis zum Spenden.
Ein Abzug für ein Arbeitszimmer wird nur gewährt, wenn die Erledigung der haupt- oder nebenberuflichen Arbeit zu Hause notwendig ist. (Bild: fotolia)

Ein Abzug für ein Arbeitszimmer wird nur gewährt, wenn die Erledigung der haupt- oder nebenberuflichen Arbeit zu Hause notwendig ist. (Bild: fotolia)

Säule 3a

Ich werde im Laufe dieses Jahres meine Arbeitsstelle verlieren und dürfte dann wohl Arbeitslosentaggelder beziehen. Hier habe ich mich nun gefragt, ob ich im Jahr 2015 auch einen Säule-3a-Beitrag einzahlen kann und wenn ja, wie hoch der maximale Beitrag ist?

José Muro: Die Säule 3a ist als Ergänzung zur 1. und 2. Säule ausgestaltet. Sie kann daher grundsätzlich nur von Personen gebildet werden, die nach den gesetzlichen Bestimmungen wenigstens der 1. Säule (AHV/IV) angehören und einer selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit im AHV-rechtlichen Sinn nachgehen.

Bei vorübergehendem Unterbruch der Erwerbstätigkeit (Militärdienst, Arbeitslosigkeit, Krankheit usw.) bleibt die Abzugsberechtigung erhalten. Mit der dauerhaften Aufgabe der Erwerbstätigkeit aus anderen Gründen (zum Beispiel bei vorzeitiger Pensionierung oder bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit infolge dauernder Invalidität) entfällt die Möglichkeit der Beitragsleistungen. Diesbezügliche Ersatzeinkünfte wie (Überbrückungs-)Renten sind keine Einkünfte aus unselbständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit.

Arbeitslose können bis zum Ende der Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung Beiträge in die Säule 3a leisten, da diese Leistungen das Erwerbseinkommen vorübergehend ersetzen. Nach Ende der Leistungen (Taggelder) sind Beiträge an die Säule 3a nicht mehr möglich.

Die maximale Höhe der abzugsberechtigten Säule-3a-Beiträge hängt davon ab, ob eine Person der 2. Säule angeschlossen ist oder nicht. Für Personen, die einer 2. Säule angeschlossen sind, liegt der maximale Abzug im Jahr 2015 bei 6768 Franken. Erwerbstätige Steuerpflichtige, die im Jahr 2015 keiner 2. Säule angehören, können bis 20 Prozent des Erwerbseinkommens, maximal 33 840 Franken, in Abzug bringen.

Bezüger von Arbeitslosentaggeldern unterstehen für die Risiken Tod und Invalidität – nicht aber für das Risiko Alter – der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen hat im Entscheid vom 4. Mai 2006 festgehalten, dass solche Personen trotz fehlenden Sparbeiträgen weiterhin der 2. Säule angehören und somit nur den «kleinen» Säule-3a-Abzug geltend machen können. In Ihrem Fall bedeutet dies, dass Sie in diesem Jahr maximal 6768 Franken in Abzug bringen können.

Hauswartkosten bei Stockwerkeigentum

Ich bin Eigentümer eines Stockwerkeigentums in Gossau und erhalte jeweils von meiner Verwaltung die Heiz- und Nebenkostenabrechnung. Die darin aufgeführten Hauswartkosten habe ich stets vollumfänglich in Abzug gebracht. Nun hat die Steuerbehörde bei der letzten Steuererklärung nur 50 Prozent zum Abzug zugelassen. Ist das korrekt?

José Muro: Bei selbstgenutzten Liegenschaften ist der Abzug der Betriebskosten auf die eigentlichen Besitzesabgaben beschränkt, also auf diejenigen Aufwendungen, die vom Eigentümer unabhängig von der Nutzung zu tragen sind. Dazu gehören auch die Wartungsarbeiten an den liegenschaftlichen Einrichtungen (zum Beispiel Heizung). Da ein Hauswart in aller Regel sowohl abzugsfähige Unterhalts- und Wartungsarbeiten als auch steuerlich nicht relevante Arbeiten der privaten Lebenshaltung (beispielsweise Reinigung, Schneeräumung) übernimmt, hat sich in der Praxis der Ostschweizer Kantone eine hälftige Aufteilung der Hauswartkosten (Lohn und Sozialversicherungsabgaben) durchgesetzt. Ich halte das für sachgerecht, es sei denn, Sie hätten als Hauswart nachweislich ausserordentliche Unterhalts- und Wartungsarbeiten erbracht.

Arbeitszimmer

Als Lehrer arbeite ich oft zu Hause. Können Sie mir sagen, was die Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit eines Arbeitszimmers sind und wie die Kosten berechnet werden?

José Muro: In allen Ostschweizer Kantonen kann der Steuerpflichtige für die übrigen Berufsauslagen wählen, ob er den Pauschalabzug oder die effektiven Kosten geltend macht. Zu diesen übrigen Berufsauslagen gehören auch die Kosten für ein beruflich bedingtes Arbeitszimmer in der Privatwohnung oder im Eigenheim. Somit kann der Büroabzug nur anstelle des Pauschalabzugs geltend gemacht werden; eine Kumulation der Pauschale mit einem Abzug der tatsächlichen Kosten für ein Arbeitszimmer ist nicht möglich.

Ein Abzug für ein Arbeitszimmer wird nur gewährt, wenn die Erledigung der haupt- oder nebenberuflichen Arbeit zu Hause notwendig ist. Dabei müssen kumulativ die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

• Der Arbeitnehmer muss einen wesentlichen Teil (mindestens 40 Prozent) seiner beruflichen Arbeiten zu Hause erledigen, weil der Arbeitgeber das notwendige oder geeignete Arbeitszimmer nicht zur Verfügung stellt oder weil dessen Benützung nicht möglich oder zumutbar ist. • Der Steuerpflichtige ist auf einen ruhigen und abgeschirmten, spezifisch eingerichteten Arbeitsplatz angewiesen und benötigt für die Berufsausübung ein Arbeitszimmer. • Die vorhandenen Raumverhältnisse müssen das Ausscheiden eines Zimmers für die berufliche Nutzung zulassen (räumliche Trennung vom privaten Bereich).

Wenn die berufliche Notwendigkeit eines Arbeitszimmers seitens des Steuerpflichtigen nachgewiesen werden kann, erfolgt die Berechnung des auf das private Büro entfallenden Anteils für Miete, Beleuchtung, Heizung und Reinigung oft mittels der folgenden Berechnung: Steuerbarer Eigenmietwert oder Bruttomietzins dividiert durch Anzahl Zimmer plus 1 oder 2 Nebenräume. Die angewandten Formeln sind kantonal leicht unterschiedlich (TG: Mietwert/ -zins durch Anzahl Zimmer plus 2; SG: Eigenmietwert netto zuzüglich 10 Prozent Nebenkosten durch Anzahl Zimmer plus 1) und sollten bei der Geltendmachung individuell geprüft werden.

Spenden

Ich unterstütze seit Jahren diverse Institutionen. Welche Spenden können in Abzug gebracht werden?

José Muro: Von den Nettoeinkünften können die sogenannten freiwilligen Zuwendungen in Abzug gebracht werden. Dabei sind aber gewisse Bedingungen zu beachten. Im Kanton St. Gallen ist ein Selbstbehalt von 500 Franken, im Kanton Thurgau von 200 Franken abzuziehen. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sowie bei der direkten Bundessteuer müssen mindestens 100 Franken gespendet werden. Wird diese Grenze überschritten, kann dafür der gesamte Betrag in Abzug gebracht werden. Im weiteren besteht eine Obergrenze, da maximal 20 Prozent des Nettoeinkommens in Abzug gebracht werden dürfen.

Nebst den finanziellen Rahmenbedingungen ist zudem zu beachten, an wen gespendet wird. Als freiwillige Zuwendungen gelten Leistungen an Institutionen mit öffentlicher oder ausschliesslich gemeinnütziger Zwecksetzung (zum Beispiel Rotes Kreuz, Caritas, Pro Juventute, Pro Senectute, Missionswerke, Sammelaktionen, Institutionen des Natur-, Heimat- und Tierschutzes, kulturelle Institutionen usw.). Es ist wichtig, dass es sich um juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts handelt, welche wegen öffentlicher oder ausschliesslich gemeinnütziger Zwecksetzung die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung erfüllen und ihren Sitz in der Schweiz haben. Viele kantonale Steuerverwaltungen bieten auf ihrer Homepage ein Verzeichnis solcher Institutionen an, wo auch Online-Abfragen möglich sind.

Schliesslich weise ich noch darauf hin, dass die Zuwendung ohne Rechtspflicht und uneigennützig erfolgen muss. So sind Mitgliederbeiträge an Vereine oft deshalb nicht abzugsfähig, da für die Mitglieder ein Nutzen besteht.

Ausländische Liegenschaft

Ich lebe seit jeher in der Schweiz und habe vor über 20 Jahren mit meinen in Deutschland lebenden Geschwistern ein älteres Haus geerbt. Das Haus wurde von einem Verwandten zu einer tiefen Vorzugsmiete gemietet, so dass die Unterhaltskosten knapp gedeckt werden konnten. Die Liegenschaft wird in Deutschland besteuert, in der Schweiz habe ich deshalb nichts deklariert. Nun habe ich gehört, dass ich die deutsche Liegenschaft in der schweizerischen Steuererklärung angeben müsste. Trifft dies zu und was sind die Steuerfolgen?

José Muro: Eine in der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtige Person muss in der schweizerischen Steuererklärung sämtliche Einkommens- und Vermögenswerte deklarieren, unabhängig davon, ob sie sich in der Schweiz oder im Ausland befinden. Was die Schweiz schliesslich besteuern darf, entscheidet sich aufgrund des nationalen Rechts und des entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommens, wobei das Besteuerungsrecht bei ausländischen Liegenschaften dort ist, wo sich die Liegenschaft befindet.

Der Grund der Deklaration liegt im sogenannten Progressionsvorbehalt. Dies bedeutet, dass das in der Schweiz zu besteuernde Einkommen und Vermögen zu dem Steuersatz besteuert wird, der sich aufgrund des weltweiten Einkommens und Vermögens ergibt. Die betreffende Liegenschaft hätte tatsächlich schon immer deklariert werden müssen, damit in der Schweiz der richtige Steuersatz zur Anwendung gelangt wäre. Sie sollten diese Liegenschaft nun in der Steuererklärung 2014 mit dem Wert und dem Ertrag Ihres Erbanteils deklarieren, wobei ich noch den Hinweis anbringen würde, wie sich die Einkommenssituation der letzten zehn Jahre präsentiert hat. Unter Umständen qualifiziert die Steuerbehörde dies als Selbstanzeige, die einmal im Leben straffrei durchgeführt werden kann, und eröffnet ein sogenanntes Nachsteuerverfahren. Dieses umfasst die letzten zehn Jahre. Ob dieses Verfahren tatsächlich zu Nachsteuern führt, hängt primär davon ab, ob die Erbengemeinschaft in diesen Jahren jeweils einen Gewinn erzielte.

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