Was neue Smartphones bieten

Das Gelände der Fachmesse Mobile World Congress ist grösser als 30 Fussballfelder. Mehr als 1800 Aussteller präsentieren in Barcelona zurzeit ihre High-Tech-Innovationen und die neusten Smartphones.

Georg H. Przikling
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Für Smartphone-Fans ist der Mobile World Congress in Barcelona die Messe schlechthin. Was in diesen Tagen auf den Messeständen zu sehen ist, wird in wenigen Wochen schon bei den Händlern zu haben sein.

Und Neuheiten finden sich dort an fast jeder Ecke: LG etwa steuert seine neue Smartwatch «Watch Urbane LTE» bei, Microsoft präsentiert seine zusammenklappbare Bluetooth-Tastatur, während Speicherspezialist Sandisk eine Speicherkarte mit rekordverdächtigen 200 Gigabyte Kapazität zeigt.

Mehr Pixel, keine Neuheiten

So viel Innovationsgeist wünscht man sich auch bei den Smartphones bekannter Hersteller. Doch davon sind Firmen wie Samsung und HTC weit entfernt. Samsungs neue Smartphone-Flaggschiffe «Galaxy S6» und «S6 Edge» beispielsweise wurden vor allem im Inneren kräftig aufgemöbelt. So besitzen beide Geräte einen Achtkernprozessor, drei Gigabyte Arbeitsspeicher und ein Display, auf dem 1440 × 2560 Pixel untergebracht sind. Zum Vergleich: Ein Full-HD-Fernseher bringt es gerade einmal auf 1920 × 1080 Pixel. Flüssiges Arbeiten und das Anschauen hochauflösender Bilder dürfte also mit beiden Geräten möglich sein – ausser, der Speicherplatz wird knapp.

«Beschnittene» Smartphones

Hier liegt denn auch der Haken: In klassischer Apple-Manier hat sich Samsung dazu entschlossen, bei seinen Top-Models einfach den Micro-SD-Kartenslot wegzulassen. Dadurch ist es nicht mehr möglich, mit kostengünstigen Karten die Kapazität auszubauen. Geht der Speicher zur Neige, bleibt dem Anwender nur, vorhandene Dateien zu löschen oder in die Cloud auszulagern. Angesichts der hohen Gerätepreise – die Geräte sollen ab 750 bis 800 Franken aufwärts kosten – lässt sich die «Speicher-Kastration» dem potenziellen Käufer vermutlich nur schwer vermitteln. Hierzu gesellt sich der fest verbaute und nicht auswechselbare Akku, der zumindest den späteren Wiederverkaufswert der Geräte nach unten drücken dürfte.

Fest verbaute Akkus

Samsung ist freilich nicht der einzige Hersteller, der seine Geräte derart beschneidet. Auch HTC beschreitet mit seinem gleich teuren Spitzengerät «One (M9)» einen ähnlichen Weg. Zwar hat der taiwanische Produzent die Auflösung der verbauten Kamera auf nunmehr satte 20 Megapixel erhöht, was auf gute bis sehr gute Bildqualität hoffen lässt. Aber auch hier muss der künftige Käufer die Kröte mit dem fest verbauten Akku schlucken. Zum Ausgleich spendiert HTC dem neuen «One» aber einen Micro-SD-Steckplatz, den die Vorgängermodelle nicht hatten.

Preisverfall zu erwarten

Ob sich die neuen Top-Geräte am Markt behaupten, ist derzeit offen. «Den fest verbauten und nicht wechselbaren Akku meiden viele Konsumenten», meint jedenfalls Smartphone-Experte Falko Hansen vom Onlinemagazin «Teltarif».

Einen Vorteil kann man den neuen Geräten aber auf keinen Fall absprechen: Mit ihrem Erscheinen werden die bisherigen Top-Smartphones der Asiaten einen Preisverfall erleben. So gesehen haben die überteuerten Gerätschaften auch ihre gute Seite.

Apple präsentiert seine Uhr

Am kommenden Montag, 9. März, wird Apple seine bereits gross im Herbst angekündigte Apple Watch in San Francisco vorstellen (siehe Seite zwei).

Die Uhr mit dem stolzen Grundpreis von 350 Euro soll dann Anfang nächsten Monat in den Apple-Läden ausliegen. Bereits jetzt ist klar, dass die Apple Watch vor allem dazu gedacht ist, Informationen und Meldungen vom iPhone auf das Handgelenk zu bringen. Zudem soll sie die Herzfrequenz des Trägers messen können und soll mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet sein, der Bewegungen erfasst.

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