Was ist nur los mit den Adligen?

Der Duke ist tot, seit 1974, 75 ist er geworden. Der King ist tot, seit 1977, 42 ist er geworden. Der Lord ist tot, seit 2012, 71 ist er geworden. Jetzt ist auch Prince tot, seit fünf Tagen, 57 ist er geworden.

Dieter Langhart
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Dieter Langhart)

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Der Duke ist tot, seit 1974, 75 ist er geworden. Der King ist tot, seit 1977, 42 ist er geworden. Der Lord ist tot, seit 2012, 71 ist er geworden. Jetzt ist auch Prince tot, seit fünf Tagen, 57 ist er geworden. Was haben Edward Kennedy, Duke Ellington, Elvis Presley, Jon Lord und Prince Rogers Nelson gemeinsam? Sie haben die Welt mit ihrer unvergleichbaren Musik entzückt. Tun es noch immer, denn Musiker, die zu Legenden geworden sind, sterben nur auf dem Totenscheinpapier.

Der Duke of Cambridge lebt noch, Prince William ist ja auch erst dreiunddreissig. Auch Prince Harry of Wales lebt noch, sein Bruder, einunddreissig. Was haben sie gemeinsam? Sie haben ihre Titel (es sind noch mehr) geerbt, also im Grunde nicht verdient. Und sie fallen auch nicht musikalisch auf, zumindest nicht öffentlich.

Was ist nur los mit dem musikalischen Adel! Immerhin: Baroness lebt und rockt, seit 2003, auch wenn ihr Tourbus einmal von der Strasse abkam und drei Musiker Blessuren abbekamen. Baroness sind auch keine Frauen, das Quartett aus Georgia macht Progressive Metal.

Noch frei zu sein scheinen, will man Wikipedias Vollständigkeit glauben, Sänger- oder Bandnamen wie Marquess, Viscount und Baron. Und wer wagt sich an Emperor, den Kaiser? Ebenso zu haben sind Archbishop und Bishop, nur sind kirchliche Titel eher geeignet für (blasphemische?) Gospelchöre.

Haben wir nicht den Earl vergessen? Der britische Singer/Songwriter heisst schlicht Stuart Earl. Und dann ist da noch die Grey Earls Music Ltd., eine bayrische Band. Eine Rentnerband.

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