Warum Tanzen glücklich macht

Kriegstanz, Initiationsritus, Erntedank: Jede Kultur kennt Gruppentänze. Für das soziale Miteinander sind sie wichtig. Sogar Schmerzen dämpfen sie.

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Gemeinsam tanzen am Eidgenössischen Trachtenfest. (Bild: ky/Urs Flüeler)

Gemeinsam tanzen am Eidgenössischen Trachtenfest. (Bild: ky/Urs Flüeler)

Synchrone Bewegungen in der Gruppe können bei Tänzern die Schmerzschwelle erhöhen und soziale Bindungen verstärken. Das zeigt eine Studie, die jetzt in den «Biology Letters» der britischen Royal Society veröffentlicht worden ist. Beim Gruppentanz werden Endorphine ausgeschüttet, die mehr mit der synchronen Bewegung als der körperlichen Anstrengung zusammenhängen.

Die Rolle der Endorphine

Endorphine sind vom Körper produzierte Opioide, die unter anderem Empfindungen wie Schmerz und Hunger regulieren. Sie werden mit dafür verantwortlich gemacht, dass körperliche Anstrengungen und Schmerz ein Glücksempfinden hervorrufen.

Gruppentanz kommt in allen menschlichen Kulturen vor. Forscher nehmen an, dass diese Form der kooperativen Bewegung wichtig für die evolutionäre Entwicklung von sozialen Bindungen, Zusammenarbeit und sozialem Verhalten zwischen den Gruppenmitgliedern war.

Darwins Überlegungen

Charles Darwin, Vater der Evolutionstheorie, vermutete gar, dass der Tanz – ebenso wie der Gesang – zu den menschlichen Verhaltensweisen gehören könnte, die eine entscheidende Funktion für die wechselseitige Partnerwahl und damit für die Weitergabe der eigenen Gene erfüllten.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass wohl Neurohormone eine Rolle spielen, wenn synchron ausgeführte Bewegungen menschliche Bindungen verstärken. Nicht untersucht wurde bislang, ob ein erhöhtes Endorphin-Level ebenfalls eine Rolle spielt.

Was untersucht wurde

Die Wissenschafter um Bronwyn Tarr von der Universität Oxford untersuchten in mehreren Gruppen von Testpersonen die Wirkung synchroner, abgestuft anstrengender Tanzbewegungen. Dabei erfassten sie mit einer immer mehr aufgepumpten Blutdruckmanschette Schmerzempfinden und Näheempfindung. (sda)