Warum eine Kormoran-Art nicht mehr fliegt

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Vögel Etwa 40 Arten von Kormoranen leben weltweit an Seen und Küstengebieten. Eine von ihnen hat das Fliegen verlernt. Sie entwickelte im Laufe von zwei Millionen Jahren nur noch Stummelflügel. Die Mutationen rühren aus Genen, die beim Menschen mit der Entwicklung des Skeletts und der Gliedmassen zusammenhängen. Dies berichten Wissenschaftler aus den USA und aus Chile.

Sie verglichen das Erbgut des auf den Galapagosinseln vorkommenden Kormorans mit dem von drei fliegenden Kormoran-Arten. Die Analyse des Erbguts zeigte, dass bei diesem Vogel eine Reihe von Genen mutiert ist, die mit der Bildung und Funktion von Cilien in Verbindung stehen. Cilien sind haarähnliche Ausstülpungen auf Zellen, die etwa für die Kommunikation der Zellen untereinander nötig sind. Beim Menschen sind eine Reihe von Erkrankungen bekannt, die auf veränderte Cilien zurückgehen. Sie können etwa zur Ausbildung zu vieler Finger oder zur Verwachsung derselben führen.

Ob beim Kormoran vergleichbare Veränderungen auftreten oder die Bildung der Gliedmassen betroffen ist, müssten weitere Studien zeigen, schreiben die Forscher. Die Untersuchung der Auswirkungen solcher Mutationen auch bei anderen Tier- oder Pflanzenarten werde dazu beitragen, noch mehr Geheimnisse der Evolution zu enträtseln. (sda)