Warum die Meeresvögel Plastik fressen

Unsere Ozeane sind vermüllt: Mehr als fünf Billionen Kunststoffpartikel verschiedenster Grösse treiben in den Weltmeeren umher – und jedes Jahr kommen rund acht Millionen Tonnen Plastik hinzu. Das entspricht rund 15 prall gefüllten Taschen auf jedem Meter Strandlinie.

Drucken
Wasservögel: vom Plastik massiv bedroht. (Bild: Fotolia)

Wasservögel: vom Plastik massiv bedroht. (Bild: Fotolia)

Unsere Ozeane sind vermüllt: Mehr als fünf Billionen Kunststoffpartikel verschiedenster Grösse treiben in den Weltmeeren umher – und jedes Jahr kommen rund acht Millionen Tonnen Plastik hinzu. Das entspricht rund 15 prall gefüllten Taschen auf jedem Meter Strandlinie.

Albatrosse und Sturmvögel sind besonders bedroht

Über Meeresströmungen werden Plastikreste und Mikroplastikpartikel selbst in entlegenste Gebiete gespült, sie wurden in der Tiefsee ebenso wie in der Arktis gefunden. Das Verheerende daran: Meerestiere und besonders Seevögel sind durch den Plastikmüll akut bedroht. Sie verschlucken Plastiktaschen, Kunststoffschnüre oder kleine Plastikpartikel, weil sie sie für Futter halten. Anhand von Stichproben schätzen Biologen, dass heute bereits 90 Prozent aller Seevögel schon einmal Plastik im Bauch hatten. Besonders häufig betroffen scheinen dabei Albatrosse und Sturmvögel zu sein.

Aber warum? Von Albatrossen und anderen Vertretern der Röhrennasen ist bekannt, dass sie nicht nur auf Sicht jagen. Sie orientieren sich auch nach einem bestimmten Duftstoff, dem Dimethylsulfid. Er zeigt den Meeresvögeln an, dass im Meer unter ihnen reichlich kleine Krebse zugange sind – und damit ein begehrtes Futter.

Forscher haben nun herausgefunden: Beim Kontakt mit Meerwasser geben die Kunststoffe die selben Duftstoffe ab. Das bedeutet, dass sie von den Wasservögeln für Futter gehalten werden. (N.P.)