Warum der Nachthimmel dunkel ist

Winterzeit: Jetzt brechen die Nächte früher herein. Für uns eine Gelegenheit, wieder einmal eine ganz simple, aber gar nicht so leicht zu beantwortende Frage zu beantworten: Warum wird es eigentlich dunkel in der Nacht – bei all den Sternen?

Rolf App
Merken
Drucken
Teilen
Das Sternbild Perseus. (Bild: wikipedia)

Das Sternbild Perseus. (Bild: wikipedia)

Winterzeit: Jetzt brechen die Nächte früher herein. Für uns eine Gelegenheit, wieder einmal eine ganz simple, aber gar nicht so leicht zu beantwortende Frage zu beantworten: Warum wird es eigentlich dunkel in der Nacht – bei all den Sternen?

Tag und Nacht: Seit gestern wird es am Abend früher dunkel und dafür am Morgen wieder früher hell. Der Übergang zur Winterzeit signalisiert, dass die kalte Jahreszeit gekommen ist – und vereinfacht unseren «Sternenhimmel», weil wir die Zeiten nun nicht mehr doppelt angeben müssen. Das bedeutet: Am nächsten Sonntag wird die Sonne um 07.07 Uhr Winterzeit aufgehen, Ende November dann um 07.50 Uhr. Der Sonnenuntergang verschiebt sich von 17.05 Uhr (1.) auf 16.33 Uhr (30. November).

Mond: Was die Beleuchtung durch die Sonne angeht, befindet sich der Mond auf dem absteigenden Ast. Am 3. November steht er im Letzten Viertel, am 11. ist Neumond. Dann nimmt er zu: über das Erste Viertel (19. November) zum Vollmond (25.).

Planeten: Merkur bleibt ebenso unsichtbar wie Saturn. Venus dagegen leuchtet am Morgen auffällig im Osten in Horizontnähe. Dort begegnet sie am 3. dem Mars, am 7. gesellt sich die Sichel des abnehmenden Mondes hinzu – und, etwas höher, der helle Jupiter.

Sterne: Von den Sternbildern her ist der Himmel jetzt herbstlich geprägt. Gut zu erkennen ist das an den Sternbildern Kassiopeia, Andromeda, Pegasus, Perseus und Widder, die zur sogenannten Standardbeobachtungszeit (23 Uhr am 1., 22 Uhr am 15. und 21 Uhr am 30. November) den Ausblick nach Süden prägen. Im Osten zeigt sich auch schon der auffällige Orion.

Warum es dunkel wird: Für uns ist die Sache klar: Wenn die Sonne untergeht, wird es dunkel. Die Astronomen freilich haben sich über Jahrhunderte den Kopf zerbrochen. Johannes Kepler etwa hat sich gefragt, warum denn die vielen Sterne es nicht schaffen, unsern Himmel taghell zu erleuchten. Immerhin: Diese Sterne sind ja auch Sonnen. Und wenn das Universum so riesig gross ist, dann leuchten auch beinahe unendlich viele Sonnen. In seinem informativen Buch «Das Weltbild der Astronomie» erwähnt der Astrophysiker Harry Nussbaumer mehrere Gründe: Erstens erreichen Sterne kein derart hohes Alter, dass wir alle gleichzeitig sehen könnten. Zweitens erreicht uns das Licht nur bis zu einer Lichtreisedistanz von 14 Milliarden Lichtjahren. Schliesslich bewegen sich alle Galaxien von uns weg, und das bedeutet: Ihr Licht verschiebt sich zum Rot hin, wird also dunkler.