«Wartegg», Wigoltingen: Traditioneller Landgasthof

Die «Wartegg» ist ein klassischer Landgasthof. Beim Interieur scheint die Zeit etwas stillgestanden zu sein, das hat aber Stil und Charme. Hier wirkt seit 1982 die Besitzerfamilie Monika und Jules Frei, seit 2011 auch mit den Söhnen.

Urs Bader
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Urs Bader)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Urs Bader)

Die «Wartegg» ist ein klassischer Landgasthof. Beim Interieur scheint die Zeit etwas stillgestanden zu sein, das hat aber Stil und Charme. Hier wirkt seit 1982 die Besitzerfamilie Monika und Jules Frei, seit 2011 auch mit den Söhnen. Christoph übernimmt vom Vater mehr und mehr die Küche – und ab 2015 auch das Lokal. Roger ist für den Service verantwortlich, unterstützt von der Mutter. Er kümmert sich auch um den Hotelbetrieb mit neuen, modern eingerichteten Zimmern.

Frühling auf dem Teller

In der Küche gehen die Freis einen Weg zwischen Tradition und Modernem. Sie wollten nicht jeden Trend mitmachen, sagt Christoph Frei, aber doch mit der Zeit gehen. Er wolle sich bei einem Gericht aufs Wesentliche konzentrieren, es müsse am Ende sowohl währschaft als auch elegant sein.

Das hat sich beim Essen aufs Schönste gezeigt. Die gebratene Gänseleber wurde auf Rhabarberkompott serviert, eine wunderbare Kombination (28.–); die Kresseschaumsuppe mit pochierten Steinbutt-Streifen (17.–). Das rassige Rindstatar war schön saftig und diskret mit Cognac abgeschmeckt (22.–). Auch die Hauptgänge mundeten prima: Das war einerseits ein gebratenes Hohrückensteak vom Kalb auf Bärlauchrisotto und mit Spargeln (46.–), anderseits Lammentrecôte mit Kräutern gebraten auf Bramatapolenta mit Grillgemüse (43.–). Die Fleischstücke waren tadellos gebraten, der Risotto sämig und die Polenta mit kräftigem Geschmack und nicht zu trocken. Abgerundet wurde das Essen von einem Rhabarbergratin – ja, nochmals Rhabarber, da man im Frühling einfach auf ihn wartet – begleitet von Sauerrahmglace (15.–).

Saisonale Klassiker

Die Karte im «Wartegg» wird sechs- bis achtmal im Jahr dem Wechsel der Jahreszeiten angepasst – mit ein paar auf die Saison abgestimmten fixen Angeboten. So gibt es beispielsweise an den Ostertagen Gitzi, ab Mai nochmals Wild vom sogenannten Maibock und im November, um Martini herum, werden Gerichte von der Gans serviert. Im Sommer wird in der Gartenwirtschaft unter Platanen grilliert – Fleisch, Geflügel, auch ganze Fische. Wie das Wild aus einheimischer Jagd stammt, so beziehen die Freis möglichst viel von regionalen Lieferanten.

Aus Thurgauer Weinbergen

Einheimische Gewächse bilden auch auf der Weinkarte einen Akzent. Ein Viertel der etwa 140 Weine stammt aus dem Thurgau. Zu den Vorspeisen wählten wir einen weissen Sequana vom Weingut Wolfer in Weinfelden, eine rassige Assemblage aus dem Weissherbst von Pinot-noir-Trauben sowie aus Pinot gris und Sauvignon blanc, (7.50/dl). Zum Fleisch gab es eine Flasche Le Volte von der Tenuta dell'Ornellaia im italienischen Bolgheri (62.–), ein kräftiger Roter aus Merlot, Sangiovese und Cabernet Sauvignon.

Unser Eindruck: In der «Wartegg» wird in einem stimmigen Lokal eine ambitiöse, gutbürgerliche Küche gepflegt. Der Gast fühlt sich auch dank einem aufmerksamen Service allzeit gut aufgehoben.

Wartegg, 8554 Wigoltingen/Hasli, Müllheimerstr. 3 (beim Bahnhof) Tel. 052 770 08 08 www.landgasthof-wartegg.ch Öffnungszeiten: 10–14 und 18–24 Uhr, Dienstagabend und Mittwoch Ruhetage Karte: Suppen/Vorspeisen 10.– bis 28.–, Hauptgerichte 32.– bis 58.–, Mittagsmenus ab 18.–

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