Waldbrände von Portugal bis zum Balkan

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Zerstörung Nicht nur in Italien, sondern in ganz Südeuropa wüten zahlreiche Waldbrände. Letzte Woche wurden Tausende Waldbrände gemeldet (siehe Grafik). Betroffen sind neben Italien auch Spanien, Portugal sowie die gesamte Balkanküste. Nach ersten Schätzungen wurden in Kroatien 4500 Hektar Wald vernichtet, in Italien waren es in den ersten vier Wochen 26 000 Hektar – so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.

Bei schweren Waldbränden sind in Südfrankreich und auf Korsika mehr als 3000 Hektar Vegetation zerstört ­worden. Hunderte Feuerwehrleute waren den Behörden zufolge gestern im Einsatz, um die durch starke Winde weiter angefachten Feuer zu bekämpfen. Zum Einsatz kamen 19 Löschflugzeuge, Frank­reich bat die EU zudem um zwei weitere Flieger. Vier Feuerwehrleute und 15 Polizisten erlitten leichte Verletzungen oder Rauchvergiftungen. Besonders kritisch war die Lage gestern im südostfranzösischen Departement Var. Dort wüteten zwei Waldbrände, einer davon nahe des berühmten Badeortes Saint-Tropez an der Côte d’Azur. Der Wald sei nur schwer zugänglich, zugleich gebe es in der Gegend viele Häuser, sagte der zuständige Präfekt Sté­phane Bouillon im Radiosender ­Europe 1. «Der Brand ist extrem heftig und schwer einzudämmen», so Bouillon.

Nach einer Beruhigung der Lage in den portugiesischen Waldbrandgebieten waren am Wochenende an mehreren Orten erneut Brände ausgebrochen. Am schlimmsten war die Region Castelo Branco rings um den Ort Serta betroffen, dort waren etwa 800 Feuerwehrleute im Einsatz, wie eine Sprecherin des Zivilschutzes sagte. In der Region von Santarém wurden laut der Zeitung «Público» die Bewohner aus drei Dörfern vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Schweizer Hilfe für Montenegro

Auch der Balkan kämpft gegen eine Vielzahl von Waldbränden, betroffen sind unter anderem Kroatien und Montenegro. Montenegro bekam Hilfe aus der Schweiz: Am vergangenen Mittwoch wurde ein Super-Puma-Armeehelikopter nach Montenegro gesandt, der für das Löschen von Bränden ausgerüstet ist.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, dass momentan keine weiteren Einsätze dieser Art geplant sind.

Federico Gagliano (SDA)