Visionär mit Handschriften

Der Bibliotheksleiter des Deutschen Museums in München, Helmut Hilz, wird am kommenden Mittwoch in St. Gallen vor allem über die Entdeckung des Künstlers Leonardo da Vinci als Erfinder sprechen. Insbesondere über den Weg der Handschriften Leonardos an die Öffentlichkeit.

Drucken
Teilen

Der Bibliotheksleiter des Deutschen Museums in München, Helmut Hilz, wird am kommenden Mittwoch in St. Gallen vor allem über die Entdeckung des Künstlers Leonardo da Vinci als Erfinder sprechen. Insbesondere über den Weg der Handschriften Leonardos an die Öffentlichkeit.

Leonardo da Vinci ist 1452 und damit in dem Jahr geboren worden, in dem Johannes Gutenberg den Buchdruck erfunden hat. Doch Leonardo selbst hat gemäss Helmut Hilz kein einziges Buch im Druck veröffentlicht. «Überliefert sind seine Ideen durch viele Tausende von Zeichnungen. Er war ein Mann der Ideen. Immerzu hat er gezeichnet und entworfen», sagt Hilz.

«Er hat nichts gebaut, was erhalten geblieben wäre. Vermutlich hat er höchstens Modelle gebaut. Jedoch ist kein einziges Modell erhalten», sagt der wissenschaftliche Bibliothekar. «Die Bedeutung Leonardos für die Entwicklung der Technik ist deshalb umstritten. Letztlich wurden seine Ideen nur durch die Drucke des 19. und 20. Jahrhunderts bekannt. Dann erst hat man Mitte des 20. Jahrhunderts Modelle gebaut», sagt Hilz. Seine Handschriften bildeten aber die Grundlage für die heute allgemein bekannten Rekonstruktionen von Leonardo da Vincis Maschinen. Zuvor war er nur als Künstler wahrgenommen worden, danach aber als genialer Erfinder. Sein Kodex Madrid mit Notizen, Skizzen und Zeichnungen zu Malerei, Geographie, Mechanik, Mathematik und Geometrie, Waffentechnik und Architektur waren war zwischenzeitlich verschwunden, tauchten aber 1967 in der Biblioteca National in Madrid wieder auf.

Mittwoch, 22. April, 20.15 Uhr Universität St. Gallen, NWG-Vortrag «Der Ingenieur Leonardo da Vinci – Die Entdeckung eines Erfinders» von Helmut Hilz

Aktuelle Nachrichten