Very Important Pets

Tiere und Stars gehören zusammen wie Hunde und Punks. Neu an dem Phänomen ist aber, dass sich die Tiere via Twitter äussern. Jüngstes Beispiel: Justin Biebers Hamster.

Kathrin Reimann
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Sein Name ist Pac Bieber, und er schreibt auf Twitter Dinge wie: «Justin hat weiche Hände», «Gibt es hier Single-Hamster?» oder postet Bilder von sich und der Crème de la Crème der Promi-Szene. Justin Biebers Nager ist aber nicht das einzige Tier, das sich aus dem Schatten seines Herrchens löst und via Social Media an die Öffentlichkeit tritt. Auch Hannah Spears – Britney Spears' Schosshündchen – lässt Interessierte an ihrem Hundealltag teilhaben. «Mein Vorsatz: Weniger Jimmy- Choo-Schuhe zerkauen»; «Wuff» oder «Ich liebe mein Mami» sind weltbewegende Sätze, die sie über ihren Account veröffentlicht.

Auch Rapper 50 Cent oder Sängerin Taylor Swift lassen ihre Tiere im Netz aus dem Nähkästchen plaudern, stellvertretend für die deutsche Promi-Szene inszeniert Moderatorin Sarah Kuttner ihren Hund Rakete auf Facebook. Wieso Promis das tun, bleibt fraglich. PR, Langeweile, Schüchternheit, eine seltsame Art von Humor oder Dummheit sind mögliche Erklärungsansätze. Bei den Fans kommen die Twitter-Tiere jedenfalls an, Pac Bieber hat 50 000 Follower, Hannah Spears 38 000 – Zahlen, von denen Schweizer Politiker nur träumen können.

Politiker mit Herz für Tiere

Amerikanische Politiker haben derweil ebenfalls ein Faible für Tiere. Präsident Obamas Hund Bo etwa geniesst als First Dog einige Privilegien. Er durfte bei der Air Force mitfliegen, zählt einen Teil des Parks hinter dem Weissen Haus zu seinem Revier und trat mehrmals im Fernsehen auf. Auch George W. Bush Juniors Hund Barney oder Bill Clintons Hund Buddy und Katze Socks durften sich schon im Rampenlicht sonnen. Um einiges exzentrischer ging es im Weissen Haus aber in den 20er-Jahren zu und her. Das damalige Präsidentenpaar Grace und Calvin Coolidge hatte von einem peruanischen Diplomaten einen Waschbären für das Thanksgiving-Dinner geschenkt bekommen. Doch anstatt ihn zu essen, bauten die Coolidges ihm ein Baumhaus im Garten und fütterten ihn liebevoll durch. Nachdem das Tierchen einige Male ausriss, musste es vom Weissen Haus in den Zoo umziehen.

Ozelot, Rehkitz und Schimpanse

Generell gaben sich Prominente früher nicht mit Hamster und Hund zufrieden. Salvador Dalí etwa hatte stets einen Ozelot namens Babu bei sich. Wenn er in einem Hotel gastierte, mussten die Angestellten für seinen Liebling schon mal auf Käfer- oder Fliegenjagd gehen.

Die Künstlerin Frida Kahlo teilte sich ihr Haus mit einem Affen, und Schauspielerin Audrey Hepburn kümmerte sich zeitweise Tag und Nacht um ein Rehkitz namens Pippin. Sie nahm es mit zum Einkaufen und liess ihm sogar ein eigenes Bettchen bauen.

Michael Jackson war nicht nur King of Pop, sondern auch King of schräge Haustiere: 1984 adoptierte er einen Schimpansen namens Bubbles und zog später mit dem Tier auf seine Neverland-Ranch in Santa Barbara. Er brachte dem Primaten den «Moon Walk», das Essen mit Messer und Gabel und sogar das Abstauben bei. Die Hausangestellten mochten Bubbles trotzdem nicht, da er angeblich seinen Kot regelmässig an die Wand geschmissen haben soll. Aber nicht nur Michael mochte ausgefallene Tiere, die gesamte Familie Jackson hatte eine Vorliebe dafür. In der Jackson-Villa in Los Angeles lebten mehrere Riesenboas, Pythons, Papageien, Affen und Leguane.

Dämlich statt gefährlich

Legen sich die It-Girls von heute putzige Hündchen zu, hielten sich Diven in den 20er- und 30er- Jahren Raubkatzen. Die US-amerikanische Schauspielerin Phyllis Gordon etwa ging kaum ohne Gepard aus dem Haus, und Tänzerin Marian Nixon hielt sich einen Leoparden. Dass eine solch grossspurige Tierliebe auch ins Auge gehen kann, wurde 2003 klar, als ein Tiger des Magier-Duos «Siegfried und Roy» Roy angriff und diesen schwer verletzte.

Dem Tierschutz sei Dank, sind Haustier-Schlagzeilen von heute zwar ziemlich dämlich, dafür aber um einiges weniger dramatisch.

Justin Bieber und Hamster Pac Bieber, Britney Spears mit Schosshündchen Hannah, Salvador Dalí mit Ozelot Babu und Michael Jackson und Schimpanse Bubbles im Partnerlook (von links oben im Uhrzeigersinn). (Bilder: pd)

Justin Bieber und Hamster Pac Bieber, Britney Spears mit Schosshündchen Hannah, Salvador Dalí mit Ozelot Babu und Michael Jackson und Schimpanse Bubbles im Partnerlook (von links oben im Uhrzeigersinn). (Bilder: pd)