Wetter

Im Mittelland werden minus 10 Grad erwartet – so schützen Sie sich gegen die eisigen Temperaturen

Am Sonntag erreicht eine Kältewelle aus Sibirien die Schweiz. In den Nächten fallen die Temperaturen auf bis zu minus 10 Grad Celsius. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich selbst, Ihr Kind, Ihren Hund oder das Handy gegen die eisig-trockene Luft schützen.

Drucken
Teilen
So schützen Sie sich gegen die eisigen Temperaturen
9 Bilder
Das Melkfett lässt die Kälte weniger durch die Haut eindringen und hält diese gleichzeitig schön geschmeidig.
Das ist vor allem für Kinder sehr wichtig. Auch sollte das Kind warm und nach dem Zwiebelschalenprinzip gekleidet werden.
Melkfett ist auch für Hunde gut: Nach dem Spaziergang sollte man die Pfoten mit warmen Wasser abspülen, um allenfalls das Streusalz zu entfernen und danach die Ballen mit Melkfett eincremen. Effektiv sind auch Hundeschuhe.
Viel trinken und essen hält warm.
Gewürze wie Chili, Zimt, Ingwer und Pfeffer wärmen zudem von Innen.
Viel Muskelmasse hält den Körper warm. Denn: 80 Prozent der körpereigenen Wärme wird von Muskeln produziert.
Sportler sollten darauf achten, sich länger aufzuwärmen und eher durch die Nase als den Mund einzuatmen. Ein Tuch vor Nase und Mund hilft bei äusserst kaltem und trockenem Wetter, die Atemluft zu erwärmen und befeuchten, bevor sie in die Lunge gelangt.
Damit das Handy nicht zu sehr auskühlt, sollte man es nah am Körper tragen oder warm einpacken, beispielsweise in einer Socke, und nur kurze Zeit in der Kälte verwenden.

So schützen Sie sich gegen die eisigen Temperaturen

Bruno Kissling

Es ist jetzt schon kalt und es wird noch schlimmer: Ab Sonntag fallen die Temperaturen mindestens auf minus 5 bis minus 10 Grad. Stirnband oder Kappe, Halstuch und eine warme Jacke sind ein Muss. Doch was gibt es sonst noch für Tricks, um sich vor der Kälte zu schützen?

Melkfett für die Haut

Eisiger Wind und trockene Luft lassen die Haut schnell rissig werden. Dagegen hilft beispielsweise Melkfett. Die besonders fettreiche Salbe verwenden nicht nur Landwirte für die Zitzen der Kühe. Auch Menschen können damit ihre Haut schützen. Die Creme lässt die Kälte weniger durch die Haut eindringen und hält diese gleichzeitig schön geschmeidig. Das ist vor allem bei Kindern wichtig, deren Haut besonders empfindlich ist.

Das Fett eignet sich übrigens auch für Hundepfoten, deren Ballen bei frostigen Temperaturen auf Risse anfällig sind. Hundehalter sollten deshalb nach dem Spaziergang die Pfoten mit warmen Wasser abspülen, um allenfalls das Streusalz zu entfernen und danach die Ballen an den Pfoten ihres Lieblings mit Melkfett eincremen. Effektiv sind auch Hundeschuhe.

Vorsicht beim Spazieren im Schnee: Der Hund sollte nicht zu viel Schnee fressen, da dies eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) auslösen kann.

Eisskulpturen bilden sich durch die Kaelte von rund -10 Grad am Ufer des Alpnachersee in Alpnach.
46 Bilder
Vereiste Feldstecher in Genf.
Eislandschaft am Neuenburgersee.
Gleisschäden, Fahrleitungsstörungen, vereiste Bahnanlagen: Die SBB haben mit der Kälte zu kämpfen.
Wer am Mittwochmorgen das Haus verliess, musste erneut frieren: Nun soll es aber langsam wieder wärmer werden.
Die Nacht auf Mittwoch war in vielen Teilen der Schweiz die Kälteste des Winters. -12,8 Grad zeigte das Thermometer etwa in Zürich-Kloten an. In Bern waren es -12,7.
Frieren bei Minustemperaturen: Da hilft nur dick einpacken.
Nirgends war es so kalt in der Nacht auf Dienstag wie auf der Glattalp im Kanton Schwyz.
Der Schneehase lagert Luft in seinem Fell ein und schützt sich so vor der Kälte.
Eiszauber am Hafen in Romanshorn.
Eisige Kunst am Bodensee.
Je tiefer das Thermometer sinkt, desto härter werden die Bedingungen um draussen zu arbeiten.
Bilder von der sibirischen Kälte in der Schweiz 2018 Das Sörikertobel in Muri ist bei winterlichen Temperaturen fast ein Märchenland.
Natürliche Eisskulpturen in Romanshorn – die eisigen Winde haben am Hafen von Romanshorn TG Eisskulpturen gebildet, die Passanten anlocken.
Kälte in der Hofstatt: Beim Hofstatt-Brunnen in Brugg gefriert das Wasser.
Leserbilder von der eisig schönen Kälte.
Bei der Kälte gefriert sogar das Regenwasser, das durch diese Rinne in Klingnau AG fliesst.
Ein Langläufer trotzt der Bise auf dem Col du Marchairuz.
Herrliches Winterwetter in Flims.
Zeichnungen der Natur in der Kälte.
Eiszapfen glitzern wie Diamanten vor einem Wasserfall im oberen Baselbiet.
Auch am Hallwilersee war's heute Montag kalt
Frostiger Montag am Hallwilersee.
Auch ein Bächlein wird zur Eisschönheit.
Mit ein bisschen Fantasie: ein Einhorn aus Eis.

Eisskulpturen bilden sich durch die Kaelte von rund -10 Grad am Ufer des Alpnachersee in Alpnach.

URS FLUEELER

Natürlich kann man jede fettende Salbe verwenden. Doch Melkfett ist nicht nur günstig, sondern bleibt auch besonders lange auf der Haut. Erhältlich ist das Fett beispielsweise in der «Landi», in Drogerien oder in Apotheken.

Geht es an die Sonne, darf man auch im Winter die Sonnencrème nicht vergessen. Diese sollte man vor dem Melkfett auftragen und einwirken lassen. Mit einer fettenden Lippenpomade kann man ausserdem die Lippen und die Naseneingänge schützen.

Kleidung – von atmungsaktiv bis Zwiebelschalenprinzip

Die äusserste Schicht sollte winddicht sein. Darunter trägt man am besten eine weitere Jacke, vorzugsweise aus Daunen und Baumwolle – denn das hält besonders warm. Metallteile wie der Reissverschluss sollten nicht direkt auf der Haut liegen, da sie anfrieren könnten. Auch sollte man die kalte Haut nicht mit Reiben versuchen zu erwärmen, da dies Hautschäden verursachen kann.

Besonders bei kleinen Kindern ist es schwierig zu erkennen, wie viel Kleidung warm genug ist. Wird die Haut blass, oder Hände, Füsse und Lippen bläulich, sind das erste Anzeichen von Unterkühlung. Mit Körperkontakt kann man die kalten Hautstellen langsam aufwärmen. Beispielsweise, in dem man die Händchen des Kindes unter die eigene Achselhöhle hält und sie danach in lauwarmes Wasser taucht. Bei steifer, gelblicher oder geschwollener Haut oder wenn sich Blasen gebildet haben, sollte man schleunigst zum Arzt.

Wasserdichte, gefütterte Schuhe sind wichtig. Sie sollten mindestens knöchelhoch sein, damit kein Schnee eindringt und die Füsse schön warm bleiben. Die Sohlen sollten zudem ein dickes Profil haben.

Die warme Kleidung bringt aber auch Nachteile: Bewegt man sich, schwitzt man schnell. Bleibt die Feuchtigkeit auf der Haut, beginnt man bald zu frieren. Dagegen hilft atmungsaktive Unterwäsche, welche die Feuchtigkeit nach aussen transportiert. Solche Funktionskleidung ist übrigens bereits für Kleinkinder erhältlich.

Wie eine Zigarre helfen kann und weshalb eine Kappe besonders wichtig ist, sehen Sie im Beitrag von «TeleM1»:

Auch das Zwiebelschalenprinzip ist wichtig: Denn zwischen den verschiedenen Schichten bilden sich aufgrund der Körpertemperatur Wärmepolster, die isolierend wirken. Wer sich draussen viel bewegt, ist ausserdem anpassungsfähiger: Man kann genau so viel an Kleidung ausziehen, dass man weder schwitzt noch friert.

Kleidung für den Hund

Warme Kleidung ist nicht nur für Zweibeiner wichtig: Hunde, die kein langes, dichtes Unterfell haben, sind anfälliger für die eisigen Temperaturen und dürften sich über eine zusätzliche, wärmende Schicht in Form eines Pullovers oder Mantels freuen.

Viel essen und trinken hält warm

Bevor man das Haus verlässt, unbedingt etwas essen. Denn: Nahrung, vor allem Kohlenhydrate, liefert Energie, die der Körper in Wärme umwandelt. Bei leerem Magen verlangsamt sich der Stoffwechsel, und die Stoffwechselwärme sinkt – und somit auch die Hauttemperatur. Gewürze wie Chili, Zimt, Ingwer und Pfeffer wärmen zudem von Innen.

Viel trinken fördert die Blutzirkulation, wodurch auch die Finger und Zehen eher warm werden. Zudem strapaziert die trockene Luft die Haut und die Schleimhäute von Nase, Rachen und Augen. Nur eine gut befeuchtete Nasenschleimhaut kann die Luft von Krankheitskeimen und Schnupfenviren effektiv filtern.

Abhärten – schon im Sommer

Über das ganze Jahr hindurch kann man den Körper auf die kalten Temperaturen vorbereiten. Auch im Sommer. Beispielsweise, indem man durch kühles Wasser watet oder beim Duschen zwischen warmem und kaltem Wasser abwechselt.

Muskelmasse hält warm

Couch-Potatos aufgepasst: Wer regelmässig nach draussen geht, kurbelt die Durchblutung an, was wärmt und zudem das Immunsystem stärkt. Auch viel Muskelmasse hält den Körper warm. Denn: 80 Prozent der körpereigenen Wärme wird von Muskeln produziert.

Sportler sollten darauf achten, sich länger aufzuwärmen und eher durch die Nase als den Mund einzuatmen. Ein Tuch vor Nase und Mund hilft bei äusserst kaltem und trockenem Wetter, die Atemluft zu erwärmen und befeuchten, bevor sie in die Lunge gelangt.

Handy in eine Socke einpacken

Eisige Temperaturen setzen nicht nur Menschen zu, sondern auch Handys: Ist es kalt, reagiert der Touchscreen langsamer und der Akku wird schneller verbraucht. Damit das Handy nicht zu sehr auskühlt, sollte man es nah am Körper tragen oder warm einpacken, beispielsweise in einer Socke. Mit einer Powerbank, einem mobilen Akkulader, kann man das Handy auch unterwegs laden.

War man längere Zeit draussen, muss man etwas geduldig sein: Denn das Handy braucht etwa eine halbe Stunde, um sich wieder an die wärmeren Temperaturen zu gewöhnen.

Die Animation zeigt, wie die arktische Kälte bis Mitte nächste Woche über Europa hereinbricht: