Schlieren

Die Schule baut Betreuungsplätze aus

das Pilotprojekt «RaBe-Club» für Kindergarten- und Schulkinder schafft 30 neue Plätze in Schlieren. Unter den vielen Neuzuzügern gibt es nämlich zahlreiche berufstätige Eltern, die für ihre Kinder eine externe Betreuung suchen.

Nicole Emmenegger
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Limmattaler Zeitung

Erst vor rund eineinhalb Jahren eröffnet – und schon voll ausgelastet: Die insgesamt 40 Betreuungsplätze im Horthuus Schärerwiese an der Schlieremer Schulstrasse sind belegt. Rund 30 Kindergarten- und Primarschulkinder stehen derzeit auf der Warteliste. «Es hat im letzten Schuljahr eine Explosion bei der Nachfrage gegeben», sagt Schulpflegemitglied Nicole Bachmann, die für den Fachbereich Tagesstrukturen zuständig ist.

Zwei Gründe sieht sie hinter dieser Entwicklung: Unter den vielen Neuzuzügern in Schlieren gebe es auch zahlreiche berufstätige Eltern, die für ihre Kinder ausserhalb der Schulzeiten eine externe Betreuung suchten. Zudem sei es seit der Kantonalisierung des Kindergartens im Jahr 2008 die Aufgabe der Schulen, auch für Kindergartenschüler genügend Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Mittagstische werden ausgebaut

Dem aktuellen Mangel will die Schule Schlieren mit dem Pilotprojekt Randzeitenbetreuungs-Club – kurz RaBe-Club – entgegenwirken. Zum Beginn des Schuljahres 2011/12 wird in den Räumen von drei bestehenden Mittagstischen das Betreuungsangebot ausgebaut: im Nähhüsli an der Schulstrasse, im Schulhaus Kalktarren und an der Freiestrasse. An diesen Standorten können Eltern ihre Kinder nach dem Mittagessen künftig nahtlos bis 17 Uhr betreuen lassen, und dies an fünf Tagen in der Woche. Zu diesem Zweck werden die drei Mittagstische für RaBe-Club-Kinder neu auch am Mittwoch geöffnet sein.

Insgesamt entstehen auf diese Weise 30 neue Betreuungsplätze. Das Konzept des RaBe-Clubs: Die Kinder können in einem Ruheraum selbstständig die Hausaufgaben erledigen, sich ausruhen, ein Buch lesen – oder in der Spielecke spielen und basteln. Beaufsichtigt werden sie von einem Betreuer oder von einer Betreuerin mit einer entsprechenden Aus- oder Weiterbildung. Die Eltern bezahlen für die Nutzung des Angebots fünf Franken pro Stunde und Kind.

Warum lanciert die Schule Schlieren den RaBe-Club und investiert nicht in einen Ausbau der Hortplätze? «Uns fehlt schlicht der Platz», sagt Bachmann. In den bestehenden Räumen der Schule könne kein weiterer Hort betrieben werden. Und für einen Neubau sei es der falsche Zeitpunkt: «Mit dem geplanten neuen Schulhaus Schlieren West gibt es Aussicht auf einen neuen Hort», so Bachmann.

Wie das neue Angebot bei den Eltern ankommt, lässt sich momentan noch nicht prognostizieren. Die Anmeldeformulare werden nach den Frühlingsferien an diejenigen Eltern versandt, deren Kinder sich auf der Warteliste des Horts befinden oder die bereits das Mittagstisch-Angebot nutzen. Nach einem Semester wird das Pilotprojekt ausgewertet – danach entscheidet die Schulpflege, ob es weitergeführt wird. Gar nicht erst gestartet wird das Pilotprojekt RaBe-Club im Zelgli-Quartier. «Die Schule bietet dort bereits fünf Hortplätze in der Kinderkrippe Kimi an. Zudem gibt es aus diesem Quartier kaum Anmeldungen für Hortplätze», begründet Bachmann diesen Entscheid.

Kinder essen mit Sekschülern

Wie viel das Pilotprojekt die Stadt Schlieren kosten wird, lässt sich laut der Schulpflegerin noch nicht genau sagen. Momentan nehme man die Bestellungen für das neue Mobiliar auf. Bauliche Massnahmen brauche es lediglich im Schulhaus Kalktarren, wo eine neue Deckenisolation installiert werden müsse.

Ein Spezialfall ist das Schulhaus Kalktarren auch in einer anderen Hinsicht: Das neue Betreuungsangebot wird dort im Mittagstisch-Raum der Oberstufe eingerichtet – zusammen mit dem Mittagstisch des Kindergartens und der Primarschule, der ebenfalls integriert wird. Letzterer muss aus dem ehemaligen Kindergarten-Pavillon weichen, da dort aus Platzgründen im neuen Schuljahr wieder unterrichtet wird. «Ich bin zuversichtlich, dass der gemeinsame Mittagstisch mit den kleinen Kindern und den Jugendlichen funktioniert», sagt Bachmann. Diese Kultur werde im Schulhaus Kalktarren bereits erfolgreich gelebt.