Kriminalität
Britische Studie enthüllt: So viel kostet ein Auftragskiller

Auftragskiller sind nicht immer Profis. Es gibt auch Dilettanten, die erschreckend günstig töten. Die Preisverhältnis zwischen dem teuersten und billigsten Killer ist 1:5000. Dies zeigt eine Studie von Kriminologen.

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John Travolta und Samuel L. Jackson mimen zwei Auftragskiller im Film «Pulp Fiction» von Quentin Tarantino.

John Travolta und Samuel L. Jackson mimen zwei Auftragskiller im Film «Pulp Fiction» von Quentin Tarantino.

zvg

Was für Leute sind Auftragsmörder? Was verdienen sie? Dieser Frage nahmen sich Forscher der Universität Birmingham wissenschaftlich an. Der Kriminologe David Wilson und seine Mitarbeiter durchforschten dabei Gerichtsunterlagen und Presseberichte und untersuchten Auftragsmorde aus den Jahren 1974 bis 2013.

Lediglich 35 Morde konnten die Forscher zweifelsfrei als Auftragsmorde identifizieren, wie Spiegel Online berichtete. Die Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass die Dunkelziffern um ein vielfaches höher ist.

Grosses Einkommensspektrum

Das durchschnittliche Honorar der meist männlichen Killer betrug 15‘180 Pfund. Das sind umgerechnet 22600 Franken. Die Bandbreite reicht vom Schnäppchenpreis von 200 Pfund bis zu 100‘000 Pfund. Das Verhältnis vom niedrigsten zum höchsten Lohn entspricht somit 1:5000.

Die einzige weibliche Auftragsmörderin erreichte mit 7000 Pfund nicht einmal die Hälfte des Salärs ihrer männlichen Berufskollegen. Lohnungleichheit herrscht demnach auch im Killerbusiness.

Die Meister lassen sich nicht erwischen

Wilsons Studie enthält ferner eine Typologie der Auftragskiller. Viele der Mörder verrichteten ihre grausige Arbeit in der Gegend, in der sie selbst lebten. Die Forscher identifizierten einerseits Täter, die finanzielle Notlagen als Motiv angaben, und andererseits solche, die einen militärischen oder paramilitärischen Hintergrund haben.

Die Studie teilt die Auftragskiller ein in die Kategorien Novize, Dilettant, Geselle und Meister. Den Meistern dürften auch die meisten unaufgeklärten Morde zuzuschreiben sein, unter denen die Forscher bis zu hundert Auftragsmorde vermuten.

Die Studie des kriminologischen Instituts der Universität Birmingham entstand nicht etwa zur morbiden Unterhaltung. Die Erkenntnisse sollen der Polizei bei der Fahndung nach Tätern ein Instrument an die Hand geben. (fb)

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