Bad Zurzach

Die Litfass-Säule beim «Höfli» sorgt für Emotionen: Den einen ist sie ans Herz gewachsen, den anderen ist sie ein Dorn im Auge. Momentan wird der umstrittene Plakatträger von einem Hottwiler Kunststoffwerk auf Vordermann gebracht.

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Litfass-Säule sorgt für Emotionen – Nun wird sie aufgemöbelt

Litfass-Säule sorgt für Emotionen – Nun wird sie aufgemöbelt

Der Gemeinderat Bad Zurzach lehnte den Antrag mit der Begründung ab, die Säule sei für Vereine und Veranstalter eine von nur gerade zwei Möglichkeiten, Plakate im Zentrum öffentlich und legal anzubringen. Der Gemeinderat liess die Stiftung aber auch wissen, dass er die Möglichkeit einer anderen Platzierung respektive einer Sanierung prüfen wolle.

Frequenz entscheidend

Mitte Januar hat der Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht: Er liess die Fiberglas-Konstruktion demontieren und zum Kunststoffwerk Wernli AG in Hottwil bringen, wo sie in den letzten Wochen von Grund auf erneuert wurde.

Nun hat der Hut keine Beulen mehr und glänzt mit einem frischen Anstrich; der Linoleumbezug, auf dem die Plakate und die privaten Kleinanzeigen aufgeklebt oder mit Reissnägeln befestigt werden, ist ausgewechselt. Kurz: Die generalüberholte Litfass-Säule ist fast wie neu und wird voraussichtlich nächste Woche an ihrem alten Platz aufgestellt.

Dass die Plakatsäule nicht vollständig aus dem Fleckenbild verschwindet, hat seine Gründe. Gemeindeammann Franz Nebel: «Darüber, ob die Säule schön ist oder nicht, kann man streiten. Fest steht aber, dass sie neben der Holzwand beim Kolonialwarenhändler Bächli die einzige Möglichkeit für einheimische Vereine und Institutionen ist, auf ihre Anliegen und Veranstaltungen aufmerksam zu machen.»

Der bisherige Standort werde beibehalten, weil eine Litfass-Säule dort platziert werden müsse, wo Einheimische und Gäste zirkulieren, sagt Gemeindeammann Nebel. Es sei aber durchaus möglich, dass der Standort um wenige Meter verschoben werde. Ein endgültiger Entscheid werde gefällt, wenn die aufgefrischte Säule aus der Werkstatt zurückkomme.

Im Laufe der nächsten Woche wird sich also entscheiden, welches Plätzchen dem Bad Zurzacher Unikum für die nächsten 20 bis 30 Jahre zugewiesen wird. Hoffentlich eines, an dem die Säule ihre Aufgabe – Passanten auf sich und auf die Plakate aufmerksam zu machen – anstandslos erfüllen kann.

Herkunft unbekannt

In den Zurzacher Geschichtsbüchern ist nirgends festgehalten, wie die 150 Kilogramm schwere Litfass-Säule in den Flecken kam und wer sie hergestellt hat. Fachleute weisen aber darauf hin, dass die Hutform dem Berliner Modell entspreche. (mz/za/fhe)

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