Lawinenunglück in Italien

Acht Überlebende unverletzt aus verschüttetem Hotel geborgen – Schweizerin unter den Vermissten

Nach dem Lawinenabgang in Italiens Erdbebenregion suchen die Retter an dem verschütteten Hotel unter extremen Bedingungen weiter nach Dutzenden Vermissten. Unter den Vermissten ist auch eine junge Schweizerin. Am Freitagvormittag verkünden die Rettungskräfte einen Erfolg: Sechs Personen konnten lebend geborgen werden.

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Mehrere Menschen sind in Farindola am Gran-Sasso-Massiv in der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen ums Leben gekommen, nachdem eine Lawine ein Hotel mit 27 Personen getroffen hat.
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Die Lawine wurde von einem Erdbeben ausgelöst.
Schneemassen und Geröll im Innern des verschütteten Hotels.
Schneemassen und Geröll im Innern des verschütteten Hotels.
Schneemassen und Geröll im Innern des verschütteten Hotels.
Schneemassen und Geröll im Innern des verschütteten Hotels.
Mehrere Personen seien verletzt, erklärte der Präsident der Provinz Pescara, wo das Hotel Rigopiano steht.
Die Arbeit der Rettungskräfte wurde durch einen Schneesturm und anhaltende Lawinengefahr erschwert.
Trotzdem konnten die Rettungskräfte am Freitag acht Personen lebend bergen.
Alle acht Geretteten sind wohlauf.
Lawine nach Erdbeben begräbt Hotel im italienischen Farindola unter sich
Die Arbeit der Rettungskräfte wurde durch einen Schneesturm und anhaltende Lawinengefahr erschwert.
Zwei Menschen konnten lebend geborgen werden. Dabei handelt es sich um Personen, die per SMS um Hilfe gebeten hatten.
Am Freitag schwinden die Hoffnungen der Rettungskräfte immer mehr, unter den Schneemassen noch Überlebende zu bergen.
In der Gegend sei die Gefahr weiterer Lawinen gross.

Mehrere Menschen sind in Farindola am Gran-Sasso-Massiv in der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen ums Leben gekommen, nachdem eine Lawine ein Hotel mit 27 Personen getroffen hat.

EPA

Es handle sich um eine sehr komplizierte Operation, sagte der Chef des Zivilschutzes Fabrizio Curcio am Donnerstagabend. Der Rettungseinsatz sollte auch in der Nacht, wenn möglich, weitergehen. Schneemassen und die Gefahr neuer Schneebretter behinderten den Einsatz in der Abruzzen-Berggemeinde Farindola.

Die immense Lawine hatte am Mittwoch das Vier-Sterne-Hotel Rigopiano nach einer heftigen Erdbebenserie komplett verschüttet und Teile mitgerissen. Nach Aussagen des Hoteldirektors waren bis zu 35 Menschen in dem Gebäude in 1200 Metern Höhe. Auch mehrere Kinder wurden vermisst.

Nach Medienberichten wurden am Donnerstag vier Leichen gefunden, der Zivilschutz bestätigte zwei Tote. Mindestens zwei Menschen überlebten das Unglück. Unter den Vermissten soll auch eine 22-jährige Schweizerin sein. Die junge Frau steht auf einer Polizei-Liste von Vermissten, welche die italienische Zeitung «La Stampa» veröffentlicht hat. Gemäss Recherchen des «Blick» soll die junge Frau in der Deutschschweiz aufgewachsen sein und in Turin studiert haben.

Mehreren Medienberichten zufolge konnten die Einsatzkräfte am Freitagmorgen einen Erfolg erzielen: Sechs Personen konnten lebend aus dem verschütteten Hotel geborgen werden.

Minustemperaturen und Lawinengefahr

"Mit jeder Stunde sinken die Hoffnungen, noch jemanden lebend zu finden", sagte der Bürgermeister des Ortes, Ilario Lacchetta, laut Nachrichtenagentur Ansa. Auch für die Retter ist es ein Einsatz, der ihnen alles abverlangt. "Hier sind Personen, die am Rande des Möglichen arbeiten", sagte Curcio.

Rund 135 Mann waren am Donnerstag bei Minustemperaturen beim Hotel im Einsatz. Die Lawinenwarnstufe stand bei vier von fünf. In den Abruzzen hatte es seit Tagen geschneit, der Schnee lag teils meterhoch.

Augenzeugen sprachen von apokalyptischen Szenen. Die Gäste hatten offenbar nach den vier schweren Erdbeben am Mittwoch in der Eingangshalle des Hotels auf ihre Abfahrt gewartet. In dem Schneechaos verzögerte sich aber wohl die Ankunft des Räumfahrzeugs. Ein Bekannter eines Überlebenden hatte zudem erzählt, er habe einen Notruf abgesetzt, aber niemand habe ihm geglaubt.

Die gesamte Region wird seit August von Erdbeben erschüttert. In den vergangenen Tagen kam der Schnee hinzu, viele Menschen waren ohne Strom. Auf zahlreichen Strassen war kein Durchkommen. Zum Wochenende soll sich das Wetter wieder etwas bessern. (sda/luk)