Uranus: Ein blaugrüner Punkt in der Ferne

Auch Pluto hat jetzt Besuch bekommen von einer Weltraumsonde. Früher ist Uranus dran gewesen – der erste nach 5000 Jahren Astronomiegeschichte im Jahr 1781 entdeckte neue Planet. Eigentlich hätte er «Herschel» heissen sollen. Davon später mehr.

Rolf App
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So sieht Uranus aus. (Bild: Nasa)

So sieht Uranus aus. (Bild: Nasa)

Auch Pluto hat jetzt Besuch bekommen von einer Weltraumsonde. Früher ist Uranus dran gewesen – der erste nach 5000 Jahren Astronomiegeschichte im Jahr 1781 entdeckte neue Planet. Eigentlich hätte er «Herschel» heissen sollen. Davon später mehr.

Tag und Nacht: Die Sonne geht am 1. September um 6.40 Uhr Sommerzeit auf und um 20.03 Uhr unter. Bis Monatsende verschiebt sich der Sonnenaufgang auf 7.20 und der Sonnenuntergang auf 19.05 Uhr.

Mond: Der September beginnt nach dem Vollmond vom 29. August mit abnehmendem Mond, am 13. ist Neumond. Am 21. steht der Mond dann wieder im Ersten Viertel, am 28. September ist wieder Vollmond.

Planeten: Merkur bleibt unsichtbar, im Osten steht Venus gut sichtbar am Morgenhimmel. Dort taucht um die Monatsmitte auch Jupiter auf. Saturn geht früh unter. Und: Am 28. September zieht Uranus nah beim Vollmond vorbei. Man kann ihn dann mit dem Feldstecher orten, was sonst eher schwierig ist – Uranus versteckt sich gern im Gewimmel von Hintergrundsternen.

Sterne: Noch erscheint der Sternenhimmel sommerlich dank des so genannten Sommerdreiecks der hellen Sterne Wega, Deneb und Atair, die zur Standardbeobachtungszeit (24 Uhr Sommerzeit am 1., 23 Uhr am 15. und 22 Uhr am 30. September) noch fast im Süden stehen. Allerdings ist im Osten schon das gut erkennbare Quadrat des Sternbilds Pegasus nachgerückt.

Herschels Entdeckung: Der englische Astronom William Herschel sucht gar keinen Planeten, als ihm in seinem Teleskop am 13. März 1781 ein blassgrünes Pünktchen ins Auge sticht. Er tippt auf einen Kometen, allerdings hat dieser keinen Schweif – und er folgt auch nicht einer Kometenbahn. Da wird klar: Herschel hat einen neuen Planeten entdeckt – und der glückliche englische König bietet ihm ein ansehnliches Gehalt. Nach König Georg will Herschel den neuen Planeten nennen, französische Astronomen schlagen «Herschel» vor. Ein deutscher Astronom plädiert für «Uranus», den Namen der Muse der Astronomie – was sich dann durchsetzt. England, das heisst Shakespeare, kommt dann bei der Benennung der Monde zum Zug. Die grössten – Oberon und Titania – entdeckt Herschel noch selber.

Uranus wird erkundet: 1986 fliegt die Raumsonde Voyager an Uranus vorbei. Sie bestätigt, dass der Planet Ringe hat, die allerdings hochkant stehen – vermutlich Folge eines Zusammenstosses mit einem anderen Himmelskörper. Uranus gleicht einer blaugrün schimmernden Perle, was von den in den oberen Schichten gefrorenen Methankristallen herrührt. Im Innern des Gasriesen wird ein kleiner fester Kern vermutet.