Übertriebene Panik

Wie in jedem Jahr wird auch diesen Sommer über die Wespen lamentiert. Richtig aggressiv werden die Insekten aber nur, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Dann gehen sie zum vereinten Angriff über – mit unserem Haar als Ziel.

Bruno Knellwolf
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In gewissen Situationen können Wespen gefährlich werden. (Bild: ky)

In gewissen Situationen können Wespen gefährlich werden. (Bild: ky)

Auch dieses Jahr wird viel über Wespen lamentiert. In der letzten Ausgabe der «Ostschweiz am Sonntag» gaben in der «Umfrage der Woche» 51 Prozent der Befragten an, dass es dieses Jahr mehr Wespen als sonst habe. Als Hype und Hysterie bezeichnet der Biologe Rainer Neumeyer den besagten «Wespenalarm». Schon Anfang Juli habe er erste Telefone erhalten, obwohl die Wespen dann mit ihren einjährigen Nestern noch nicht so zahlreich seien und ihren Populationshöhepunkt erst im September hätten.

Nichts deute darauf hin, dass es dieses Jahr mehr Wespen habe als sonst. Auch die Statistiken der Feuerwehren nicht, die jeweils wegen grosser Wespennester ausrücken müssen. «Wegen des schönen Wetters sitzen die Leute einfach mehr draussen und begegnen deshalb mehr Wespen», erklärt Neumeyer. Trockenheit und Wärme begünstigten die Wespen nicht unbedingt.

Sowieso seien Wespen nicht per se aggressiv. Wird aber das Nest bedroht, gilt höchster Alarm im Wespenvolk. «Die Wespen fliegen dann fadengerade auf den vermeintlichen oder wirklichen Angreifer zu», sagt Neumeyer. Zuerst fliegen sie dem Angreifer in die Haare, so dass dem Menschen noch etwas Zeit bleibt, die Wespen abzuwehren. Vielleicht...

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