Über das Paradoxe des Schweigens

Philipp Müller schweigt. Der Deutsche Fussballbund (DFB) schweigt. Die SVP schweigt. In unserer Welt der fast pausenlosen Kommunikation wird auffällig viel geschwiegen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manchmal ist man noch nicht so weit (die SVP mit ihrer Kandidatenkür).

Rolf App
Drucken
Teilen
Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Rolf App)

Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Rolf App)

Philipp Müller schweigt. Der Deutsche Fussballbund (DFB) schweigt. Die SVP schweigt. In unserer Welt der fast pausenlosen Kommunikation wird auffällig viel geschwiegen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manchmal ist man noch nicht so weit (die SVP mit ihrer Kandidatenkür). Oder es gibt persönliche Gründe (Philipp Müller mit seinem Autounfall). Man tappt selber noch im Dunkeln (der DFB).

Das sind jetzt grossenteils Vermutungen. Denn wo geschwiegen wird, kann man nur schwer etwas wissen. Die Medien allerdings stehen dem keineswegs macht- und ratlos gegenüber. Das wäre ja noch schöner, wenn sie sich durch Funkstille so einfach von einem Thema abbringen liessen. Sie können, zum Beispiel, mit Mutmassungen arbeiten und spekulieren, was das Zeug hält. Je näher die Bundesratswahl rückt, umso stärker wird diese ins Zentrum rücken. Schon heute wird das Gesicht von Eveline Widmer-Schlumpf auf irgendwelche Zeichen bereits gefallener, aber noch totgeschwiegener Entscheidungen hin abgeklopft. Wirkt es entspannt? Und wenn ja, warum? Macht sie den Weg frei für den Mann, über dessen Namen sich die SVP noch ausschweigt?

Das mit dem Schweigen hat im Fall von Philipp Müller gut funktioniert, jetzt hat er selber es gebrochen. Beim DFB redet fast jeder, nur nicht «der Franz», auf den alle warten. Man erfährt dabei zwar wenig Konkretes, lernt aber viel. Zum Beispiel über ganz herzliche Männerfeindschaften und über die Sitte, Millionenverträge mündlich abzuschliessen.