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TURI HONEGGER IST TOT: Der Toggenburger Verdingbub ist verstummt

Am Dienstag ist der Schriftsteller und Journalist Arthur Honegger in Nesslau 92jährig gestorben. Mit seinem aufwühlenden Tatsachenroman «Die Fertigmacher» aus dem Jahr 1974 über das Unrecht an den Verdingkindern hat er Schweizer Literaturgeschichte geschrieben.
Hansruedi Kugler
Arthur "Turi" Honegger posiert anlässlich der Verleihung des Menschenrechtspreises der Anna-Göldi-Stiftung, aufgenommen am 13. Juni 2015 in Ennenda. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Arthur "Turi" Honegger posiert anlässlich der Verleihung des Menschenrechtspreises der Anna-Göldi-Stiftung, aufgenommen am 13. Juni 2015 in Ennenda. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Am 27. September 1924 in St.Gallen geboren, hat er seine Mutter erst im hohen Alter gesehen – und dies auch nur auf einem Foto. Denn der minderjährigen Elsa Klara Honegger wurde ihr unehelicher Sohn kurz nach der Geburt weggenommen und in eine Pflegefamilie gegeben. Arthur durchlitt fortan im Zürcher Oberland als Verdingbub jenes Schicksal, das ihn viel später zum Fürsprecher und Schriftsteller machte.

1960 wurde er Sekretär der SP des Kantons Thurgau und feuriger Redaktor der Thurgauer Arbeiterzeitung. Als Journalist aber prägte er jahrelang das Boulevardblatt Blick, für das er von 1962 bis 1969 arbeitete. In dieser Zeit schrieb er unter anderem über den Mirage-Skandal, berichtete vom Auschwitz-Prozess 1963 in Frankfurt, war beim Flugzeugabsturz einer Swissair-Maschine 1963 bei Dürrenäsch mit 217 Toten als Reporter vor Ort und berichtete 1967 vom Sechstage-Krieg in Israel.

1970 wechselte Honegger zum Diners Club Magazin, das er als Chefredaktor leitete, bevor er schliesslich ab 1974 als freier Schriftsteller und Kolumnist bis ins hohe Alter mehr als zwanzig weitere, zumeist autobiografisch gefärbte Romane veröffentlichte. In diesen setzte er sich immer kritisch und gelegentlich mit viel Humor mit der Schweizer Gegenwart auseinandersetzte. Von 1991 bis 1996 war er zudem Kantonsrat, als Mitglied der Sozialdemokratischen Fraktion.

Arthur Honegger lebte seit den 1970er Jahren im toggenburgischen Krummenau, wo er sich ein Haus für seine Frau und seine drei Kinder gebaut hatte. Bis vor wenigen Jahren war Honegger häufiger Gast in Schulen, wo er den Jugendlichen aus seinem Leben erzählte. Vor zwei Jahren zog er mit seiner Frau Heidi, mit der er 67 Jahre verheiratet war, ins Alters- und Pflegeheim Nesslau. Dort ist er am Dienstag verstorben.

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