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TREIBHAUSGASE: Saisonal einkaufen: Bei Spargel keine Tomaten auf den Augen haben

Beim ganzjährigen Angebot in Supermärkten kann man leicht den Überblick verlieren, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben. Das schlägt auf den ökologischen Fussabdruck durch. Wir haben Tipps für den Einkauf.
Johannes Wey
Erdbeeren aus Spanien haben wieder die Regale in Schweizer Supermärkten erobert. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Erdbeeren aus Spanien haben wieder die Regale in Schweizer Supermärkten erobert. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Am Wochenende kommt der Winter zurück. Doch die Frühlings- oder sogar Sommerboten haben die Grossverteiler schon vor Wochen erobert. «Die Zeit ist reif: für Erdbeeren» - mit diesem Werbeslogan für vergünstigte Erdbeeren aus Spanien sorgte die Migros Anfang Monat für schlechte Presse. Und fast gleichzeitig füllten sich die Regale mit Spargel aus Südamerika und Frühkartoffeln aus dem Nahen Osten. Hierzulande sind die ersten Erdbeeren und Spargeln ungefähr Mitte April so weit. Bei letzteren wird dazu oft sogar der Boden beheizt.

Hört man sich in seinem Bekanntenkreis um oder tummelt sich in den Sozialen Medien, bekommt man den Eindruck, dass es für solche Produkte eigentlich überhaupt keine Nachfrage geben sollte. Essen ist zu einer Ersatzreligion geworden, «regional und saisonal» ein Mantra, das jedem schon einmal über die Lippen gekommen ist.

Sich beim Wocheneinkauf daran zu halten, fällt den Konsumenten dann aber doch schwer. Die ganzjährig gleiche, breite Palette an Obst und Gemüse wird im Supermarkt ja nicht umsonst angeboten.

Aggressive Werbung, unübersichtliches Angebot

Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz geht davon aus, dass die Kundinnen und Kunden im März gar nicht bewusst zu Erdbeeren und Spargel greifen. «Die Erdbeeren wurden schon im Januar und Februar aggressiv beworben», sagt sie. Abgesehen davon sei es im Supermarkt nicht einfach, den Überblick zu behalten, was nun Saison hat und was nicht. «Das wird immer anspruchsvoller.» Deshalb bietet der Konsumentenschutz wie viele andere Organisationen Tabellen an, die zeigen, welche Obst- und Gemüsesorten gerade saisonal sind (siehe unten).

Wem die saisonale Ernährung im März dann doch zu einseitig wird, kann zumindest darauf achten, dass die Lebensmittel auf dem Landweg angeliefert werden. Allerdings müsse man dabei im Hinterkopf behalten, dass die Landwirtschaft beispielsweise in Teilen Spaniens mit ökologischen und sozialen Problemen jenseits der Klimaproblematik behaftet sei. In wasserarmen Regionen werde beispielsweise illegal bewässert, sagt Walpen.

Und greift man trotzdem zum Obst aus Übersee, sollte man zwischen Luft- und Seefracht unterscheiden. «Das Problem dabei ist, dass die Transportweise meist nicht deklariert wird. Hier wird der Konsument im Ungewissen gelassen», sagt Walpen. Je verderblicher ein Produkt ist, desto wahrscheinlicher wurde es eingeflogen. «Bananen und Orangen werden hingegen meist per Schiff transportiert.»

Das Kühlhaus ist besser als der Frachter

Dieselben Empfehlungen werden in einem Papier formuliert, das die ETH Zürich im Auftrag des WWF erstellt hat. Die Einsparmöglichkeiten für Kohlendioxid seien bei einem bewussten Einkauf von Gemüse relativ gross, beim Obst kleiner. «Beispielsweise verursacht ein aus Peru eingeflogener Spargel fast 10 Mal mehr Treibhausgasemissionen als ein mit dem Schiff transportierter Spargel, und eine in Südspanien im Mai produzierte Wintertomate 10 Mal weniger Treibhausgase als eine zur gleichen Zeit beheizte Tomate aus der Schweiz.» Aufgrund der grossen konsumierten Mengen sei das Einsparpotenzial bei Spargeln, Tomaten und Gurken am grössten. Rechnet man aber mit den Emissionen je Kilogramm, gilt es vor allem bei Papayas, Avodados, grünen Bohnen und Auberginen je nach Herkunft Zurückhaltung zu üben.

Energieintensiv ist es auch, Schweizer Erzeugnisse wie Äpfel oder auch Kiwis zu lagern. Dennoch schneiden die heimischen Produkte bezüglich CO2-Bilanz in der Regel besser ab als Importe aus Neuseeland, von wo in den Wintermonaten trotz grosser Entfernung viele Agrarprodukte eingeführt werden.

Aus ökologischer Sicht empfiehlt Josianne Walpen, nebst den Kriterien Regionalität und Saisonalität auch auf ein Bio-Label zu achten. «Für diese Produkte werden weniger Ressourcen verbraucht und es gibt Beschränkungen zum Beheizen der Gewächshäuser.» Daher sei das Bio-Angebot auch im Supermarkt zwangsläufig eher saisonal ausgerichtet.

Diese Tabellen zeigen die Saisons von Früchten und Gemüse. Natürlich gibt es auch zahlreiche Apps zum Thema.

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