Tom Cruise und die Sache mit dem Rollkragen

Es ist ein Modetrend, der einem nix abverlangt. Keine grossen Anschaffungskosten, keinen modischen Wagemut. So einen schwarzen Rollkragenpullover haben doch die meisten noch irgendwo im Schrank liegen. Wie praktisch also, dass die Modedesigner den Klassiker wiederentdeckt haben.

Katja Fischer De Santi
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Es ist ein Modetrend, der einem nix abverlangt. Keine grossen Anschaffungskosten, keinen modischen Wagemut. So einen schwarzen Rollkragenpullover haben doch die meisten noch irgendwo im Schrank liegen. Wie praktisch also, dass die Modedesigner den Klassiker wiederentdeckt haben. Im Zuge des anhaltenden 1970er-Jahre-Revivals war es nur eine Frage der Zeit, bis nach Schlaghosen und Lederjupe auch der Rolli seine Wiederauferstehung feiert. Die gute Nachricht für alle, die sich im Geiste schon am Hals kratzen: Der Rolli 2015 ist Dank hauchzarter Stoffe wie Jersey, Kaschmir oder Merinowolle nicht nur leicht und juckreizfrei, sondern in vielen Fällen auch körperbetont und etwas transparent. Mit einem Lederjupe eine ziemlich heisse Kombi also.

Und bei den Männern? Da ist die Sache etwas komplizierter. Männer in Rollkragenpullovern sehen im besten Fall aus wie Hochschuldozenten und im schlechtesten wie Tom Cruise. Der Schauspieler hat den Ruf des Rollis dauerhaft ramponiert, in dem er über Jahre darin auftrat. Immer ein wenig scheinheilig, wie ein ausserirdischer Priester. Und wenn Mann jetzt dazu aufgerufen wird, Rollkragen mit Sakko zu kombinieren, sollte er diese Wahl wohl überlegen. All jenen Männern, denen schon in den 1970er-Jahren Barthaare wuchsen, sei sowieso davon abzuraten, die haben das schon einmal mitgemacht.