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Tod einer genialen Diva

Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist gestern unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Mit ihren dynamischen, wellenartigen Bauwerken wurde die zur Dame geadelte 65-Jährige weltberühmt.
Sebastian Borger
Das Heydar Aliyev Center in Baku, Aserbaidschan, wurde 2014 fertiggestellt und gehört zu den typisch kurvigen Entwürfen Zaha Hadids. (Bild: epa/Facundo Arrizabalaga)

Das Heydar Aliyev Center in Baku, Aserbaidschan, wurde 2014 fertiggestellt und gehört zu den typisch kurvigen Entwürfen Zaha Hadids. (Bild: epa/Facundo Arrizabalaga)

Sozialwohnungen, das sei doch ein aufregendes Thema, hat Zaha Hadid einmal auf die Frage geantwortet, was sie als nächstes bauen wolle. Dazu ist es nicht gekommen. Stattdessen tragen Opernhäuser und Sportstadien die unvergleichliche Handschrift der irakisch-britischen Architektin, die jetzt 65jährig gestorben ist.

Eine Welle, eine Kurve, dynamisch, fliessend, die Umgebung aufnehmend und reflektierend – Hadids Bauwerke, wie die wunderbar luftige Londoner Olympia-Schwimmhalle oder das MAXXI-Museum in Rom, waren Ausdruck des Gestaltungswillens dieser selbstbewussten und ambitionierten Frau. Dass sie sich in einem von Männern dominierten Beruf würde durchsetzen können, schien im Nachhinein nie zweifelhaft. Dabei lebte die studierte Mathematikerin und Absolventin der renommierten Architectural Association School in London lange Zeit mit dem Ruf, stets die schönsten Entwürfe zu liefern, aber letztlich kaum je wirklich zu bauen, vor allem nicht im eigenen Land.

Architektur zum Nachdenken

Den Durchbruch brachte die Feuerwache des Vitra-Werks im badischen Weil am Rhein (1993), nach der Jahrtausendwende kam Hadid endlich auch auf der Insel zum Zug: Ein Begegnungszentrum für Krebspatienten im schottischen Kirkcaldy war 2006 ihr erstes Gebäude auf britischem Boden. «Architektur regt uns zum Nachdenken an – über das kulturelle Fundament der Stadt ebenso wie über ihre zukünftigen Möglichkeiten», beschrieb sie ihre Arbeitsweise, als sie 2011 zur Einweihung des neuen Verkehrsmuseums nach Glasgow kam.

Auftritt einer Diva

Solche Auftritte blieben unvergesslich. Ihrem Image als Diva gemäss liess sich die Architektin im eigenen BMW zur Hintertür fahren, mit der einem Star zustehenden Verspätung. Aber dann sprach die elegante Dame mit ihrer tiefen Kieselstein-Stimme, zwischendurch schwer atmend, ganz anschaulich über ihre «einfache, gleichzeitig geschmeidige Idee» für das Bauwerk an einem Industriestandort, umgeben von Autobahn, Fluss und brachliegenden Grundstücken.

Mit ihrem deutschen Co-Direktor Patrik Schumacher hatte die 2012 zur «Dame des britischen Empire» geadelte Künstlerin bei «Zaha Hadid Architects» im Londoner Kreativen-Stadtviertel Clerkenwell ein buntes, loyales Team um sich geschart. Hadid sagte, als Chefin müsse sie «die Nervensäge spielen», nach Details fragen, den Teams vor Ort neue Anregungen geben.

Gewinnerin des Stirlingpreises

Auch Kontroversen gab es bis zuletzt. Erst im vergangenen Jahr liessen die Organisatoren der Tokioter Spiele Hadids Entwurf für das neue Olympiastadion fallen. Trotzdem gewann die berühmteste Architektin der Welt eine Auszeichnung nach der anderen: den amerikanischen Pritzker-Preis, zweimal den britischen Stirlingpreis und zuletzt auch die Goldmedaille des Königlichen Architekturinstituts.

Anfang dieser Woche musste Zaha Hadid wegen einer Bronchitis in Miami ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort starb sie am frühen Donnerstagmorgen unerwartet an einem Herzinfarkt.

Architektin Zaha Hadid. (Bild: ky)

Architektin Zaha Hadid. (Bild: ky)

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