Es steht schlecht um die Affen, Lemuren und Makis. Etwa 60 Prozent der Primatenspezies sind vom Aussterben bedroht.
Viele Primaten könnten im Laufe der nächsten 25 bis 50 Jahre für immer verschwinden, wenn nichts zu ihrem Schutz unternommen wird, warnen 31 Experten im Fachblatt «Science Advances». Anhand von wissenschaftlichen Studien, Datenbanken der Vereinten Nationen und der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN erfassten die Forscher den Zustand der über 500 Primatenspezies weltweit.
Die grösste Bedrohung für diese Arten ist laut den Forschern die zunehmende Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen, gefolgt von Rodung und Weideviehhaltung. Auch Jagd und illegaler Tierhandel setzen den Beständen zu, ebenso wie Bergbau und Strassenbau.
«Die Bestände von mehreren Arten von Lemuren, Affen und Menschenaffen sind auf wenige Tausend Tiere gesunken», sagte der Anthropologe Paul Garber von der University of Illinois in Champaign, der die Studie gemeinsam mit Alejandro Estrada von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko in Mexico-City geleitet hat. «Im Falle des Hainan-Gibbon, einer Affenart in China, sind weniger als 30 Tiere übrig.»
Vier Länder beherbergen zwei Drittel aller weltweit vorkommenden Primatenarten: Brasilien, Indonesien, Madagaskar und die Demokratische Republik Kongo (das frühere Zaire). Diese Regionen seien daher die offensichtlichen Ziele für Massnahmen, um den Rückgang dieser Spezies aufzuhalten.
Primaten liefern wertvolle Einblicke in die menschliche Evolution und spielen eine wichtige Rolle in den Ökosystemen, in denen sie leben. Um sie vor dem Aussterben zu bewahren, müsse insbesondere auch Armut bekämpft werden, betonen die Studienautoren. Die Lebensräume dieser Spezies überlappen sich meistens mit einkommensschwachen Regionen mit stark wachsender Bevölkerung. (sda)