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TIERE: Hilfe für die Hummel: So können Sie Insekten retten

Wer eine entkräftete Hummel findet, kann dieser mit einfachen Tricks das Leben retten - heisst es zumindest in einem Facebook-Post. Eine Bienenexpertin erklärt, was den Tieren wirklich hilft.
Linda Müntener
Sonne und mildere Tagestemperaturen locken bereits die ersten Hummel-Königinnen aus dem Boden. (Bild: SILAS STEIN (DPA))

Sonne und mildere Tagestemperaturen locken bereits die ersten Hummel-Königinnen aus dem Boden. (Bild: SILAS STEIN (DPA))

Egal ob Hundegiftköder, vermisste Kätzchen oder Schwanenbilder. Wenn's um Tiere geht, dann werden Beiträge in den sozialen Medien fleissig geteilt. Derzeit macht ein Post über Hummeln auf Facebook die Runde. Über 205 000 mal wurde der Beitrag im sozialen Netzwerk bereits geteilt. "Wichtig", heisst es darin gleich zu Beginn. Derzeit sehe man auf Gartenterrassen oder Gehwegen vielerorts entkräftete Hummeln. Wer ein Tier findet, könne dieses ganz einfach retten, heisst es weiter. Dazu soll man einen halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen und die Flüssigkeit der Hummel per Löffel anbieten. Innert kürzester Zeit tanke die Hummel mit ihrem Saugrüssel so wieder Energie auf. Stimmt das?



"Ja", sagt Priska Seri. Die diplomierte Zoologin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Naturmuseums St.Gallen und kennt sich aus mit Insekten. "Hummeln, die man im Frühjahr beobachtet, sind Jungköniginnen", sagt Seri. Sie wurden im Herbst begattet und fliegen nun aus, um einen neuen Staat zu gründen. Dafür brauchen sie einen geeigneten Nistplatz und Nahrung. Fehlt es an Nahrung, fehlt es an Energie. Auch längere Kälteperioden können die Tiere entkräften. In solchen Fällen bringe eine Zucker-Wasser-Lösung die Hummel wieder auf die Beine, sagt Seri. "Allerdings nur kurzfristig."

Die Zoologin versteht den Drang von Tierfreunden, schnell helfen zu wollen. "Die Zuckermischung löst das eigentliche Problem aber nicht", sagt sie und macht einen Vergleich: "Die Hummel ist ein Auto, die Blüten die Tankstellen." Auf ihrer Reise fliegt die Hummel von Blüte zu Blüte, immer auf der Suche nach verwertbarten Quellen für Nektar. Nur: Der Natur gehen die Tankstellen aus. In den heimischen Gärten gebe es immer weniger Blütenpflanzen, sagt Seri. "Für die Hummeln sind natürliche Energiequellen entscheidend." Wer den Insekten also langfristig helfen will - und einen Garten oder einen grossen Balkon bestitzt - könne frühblühende Pflanzen anbauen. Und damit eine eigene kleine Tankstelle betreiben.

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