Thurgauer Koch ist Aufsteiger des Jahres

FRAUENFELD. Grosse Ehre für den aus dem Thurgau stammenden Koch Christian Kuchler: Der Restaurantführer GaultMillau hat ihn zum «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz» erkoren. Kuchler kocht im zürcherischen Eglisau. Mit Tanja Grandits steht erstmals eine Frau alleine an der Spitze der Restaurantbewertung.

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Tanja Grandits (Bild: zVg)

Tanja Grandits (Bild: zVg)

Ist Kochtalent vererbbar? Diese Frage stellt GaultMillau beim Thurgauer Koch Christian Kuchler in den Raum. Der Restaurantführer ehrt den 28-jährigen Kuchler als «Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz». Sein Vater Wolfgang aus Wigoltingen gehört laut GaultMillau seit Jahren mit 18 Punkten zu den besten Köchen im Land. Nun ehrt GaultMillau Sohn Christian, der im historischen Restaurant Hirschen im zürcherischen Eglisau kocht - sein Rating für den Gastroführer 2014: 17 Punkte. GaultMillau bescheinigt ihm viel Talent und grenzenlosen Fleiss, wobei die Basis die solide klassische Küche sei.

Der 28-Jährige Christian Kuchler führt laut GaultMillau die Kategorie der «jungen wilden Schweizer Köche» an. Sechs weitere Restaurants wurden neu ebenfalls mit 17 Punkten bewertet. Es sind Rolf Fliegauf («Ecco» im Hotel Giardino, Ascona), Tony Schmidig («Rigiblick», Lauerz SZ), Matthias Schmidberger («Cà dOro» im «Kempinski», St.Moritz), Antonio Colaianni («Mesa», Zürich), Samuel Destaing («Hôtel des Alpes», Orsières VS) und Damien Germanier («Restaurant Damien Germanier», Sion VS).

«Unkopierbare Handschrift»
Mit Tanja Grandits - sie führte einst ein Lokal im thurgauischen Eschikofen - steht erstmals eine Frau alleine an der Spitze der Restaurantbewertung. Sie wird mit dem Titel «Koch des Jahres 2014» ausgezeichnet. Grandits schwingt im «Stucki» in Basel den Kochlöffel. Die Kreationen von Grandits «haben eine eigene, unverwechselbare und unkopierbare Handschrift», heisst es in der Mitteilung von GaultMillau. Ihre Küche wird neu mit 18 Punkten bewertet. Vor 20 Jahren wurde Irma Dütsch mit zwei weiteren Spitzenköchen als «Köchin des Jahres» geehrt. Grandits stehe nun aber alleine im Scheinwerferlicht.

Tanja Grandits (Bild: zVg)

Tanja Grandits (Bild: zVg)

Selber bezeichnet sie ihre Kochkunst als «Aromaküche», in der aus Gegensätzen eine Harmonie komponiert wird. Auf der Speisekarte des «Stucki» stehen etwa: Lachs Zimtblüten Sashimi, Rüebli Hummus und Ringelblume oder ein Entrecôte mit Nelken-Pfeffer, rotem Zwiebelkuchen und Cassis Gel.

Tanja Grandits ist nicht der einzige Neuzugang in der Liga der 18-Punkte-Chefs. In der Gunst der Testesser gestiegen sind auch Othmar Schlegel im «Castello del Sole» in Ascona; er ist gleichzeitig Aufsteiger des Jahres im Tessin. Aufsteiger des Jahres in der Westschweiz ist Pierre-André Ayer vom «Le Pérolles», dessen Küche neu ebenfalls mit 18 Punkten bewertet wird.

Status quo an der Spitze
In der Topliga des GaultMillau-Ratings hat sich nichts verändert. Sechs Küchenchefs erarbeiteten sich erneut die Höchstnote 19: Benoît Violier (Crissier VD), Andreas Caminada (Fürstenau GR), Philippe Chevrier (Satigny GE), André Jaeger (Schaffhausen), Didier de Courten (Sierre VS) und Bernard Ravet (Vufflens-le-Château VD). Ein besonderes Lob spricht GaultMillau Violier aus, dem «Koch des Jahres 2013»: Dieser verwalte das schwere Erbe seiner berühmten Vorgänger Frédy Girardet und Philippe Rochat respektvoll und souverän, habe aber dem berühmten Restaurant längst seinen eigenen Stempel aufgesetzt.

Gewinner und Verlierer
Insgesamt wurden 96 Küchen besser bewertet als im Jahr zuvor, 43 haben Punkte verloren. Für die Ausgabe 2014 des GaultMillau haben die Tester rund 1000 Restaurantbesuche absolviert. Insgesamt sind im Führer 856 Restaurants aufgeführt. (sda)