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THEATER WINTERTHUR: Zwischen Märchen und Tragödie

Beim Zigarrenkaufen lernt Sigmund Freud einen jungen Mann kennen: Das ist eine von vielen Geschichten, die das Theater Winterthur in der kommenden Saison erzählt.
Stimmungsvoll inszeniert: «Der Trafikant». (Bild: Theater Winterthur)

Stimmungsvoll inszeniert: «Der Trafikant». (Bild: Theater Winterthur)

Mit einer «schönen, märchenhaften Inszenierung», wie der Programmleiter Thomas Guglielmetti sagt, startet das Theater Winterthur am 22.September in die neue Saison: Es ist Engelbert Humperdincks Oper «Hänsel und Gretel», mit der das Theater Heidelberg nach Winterthur kommt. Es hatte schon die Saison 2015/16 mit einer munteren Inszenierung von Mozarts «Le nozze di Figaro» eröffnet. Dabei sein werden auch einige Sänger von damals. Im Orchestergraben sitzt erneut das Musikkollegium Winterthur. Zu hören ist auch der Wiesendanger Kinderchor.

Der Name Mozart fällt hier übrigens nicht zufällig: Dessen «Don Giovanni» wird, ebenfalls vom Theater Heidelberg, im Februar gespielt, und «La finta gardiniera» bildet im Mai den Saisonschluss beim Musiktheater. Die bekannte Regisseurin Tatjana Gürbaca wird sie als Produktion des Opernhauses Zürich mit Mitgliedern des Opernstudios Zürich und mit dem Musikkollegium Winterthur einstudieren.

Zwischen Saisonstart und -ende geht es bunt durcheinander. Die auf Originalinstrumenten spielende «Lautten Compagney» aus Berlin kommt im November mit Händels «Giustino» nach Winterthur. Das Besondere dabei: Die Handlung wird samt der ausschweifenden Bühneneffekte von Marionetten gespielt. Das J.K. Tyl-Theater aus dem tschechischen Pilsen reist mit Bedrich Smetanas unsterblicher Oper «Die verkaufte Braut» an. Liebhaber des Musicals kommen mit «Hairspray» und «Hair» auf ihre Rechnung , jene der Operette mit Eduard Künneckes «Der Vetter aus Dingsda» und Emmerich Kálmáns «Csárdásfürstin».

«Tschick» und «Der Trafikant»

Dass Romane gute Theaterstoffe hergeben, will das Sprechtheater beweisen. Wolfgang Herrndorfs «Tschick», millionenfach verkaufte Geschichte zweier Jugendlicher, kommt in einer Bearbeitung von Robert Koall auf die Winterthurer Bühne. Robert Seethaler hat seinen Roman «Der Trafikant» selber «sehr stimmungsvoll fürs Theater bearbeitet», wie Guglielmetti sagt. Das Stück handelt vom jungen Franz Huchel, der in die grosse Stadt Wien geschickt wird und dort in einer Trafik, wie solche Läden in unserem Nachbarland heissen, Tabakwaren und Zeitungen verkauft. Einer der Kunden heisst Sigmund Freud, zu ihm entwickelt sich inmitten der Katastrophe des Jahres 1938 eine besondere Freundschaft. Denn Huchel will wissen, «wie er mit den Frauen umgehen soll». Alte und moderne Klassiker wie die «Orestie» von Aischylos, «Andorra» von Max Frisch und «Herr Puntila und sein Knecht Matti» von Bertolt Brecht flankieren die neuen Stoffe.

Rolf App

rolf.app

@focus.ch

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