Teurer Liebesschwindel im Netz

Heiratsschwindler war früher, heute nennt sich der Betrug mit der Liebe «Love Scam» oder «Romance Scamming». Neu daran ist, dass sich die Betrüger anonym auf diversen Kennenlernportalen mit tiefen Sicherheitsstandards tummeln und es dort gezielt auf Singlefrauen mittleren Alters abgesehen haben.

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Als wohlhabendes Land sei die Schweiz ein bevorzugtes Ziel für den Online-Liebesbetrug, sagt Daniel Baltzer vom Singlebörsen-Vergleich Schweiz. Er schätzt, dass die Betrüger alleine in der Schweiz jährlich einen Betrag von mindestens drei Millionen Franken erbeuten. Weltweit gehe es um einen Betrag von 250 Millionen Euro. Die Täter kämen vornehmlich aus Nigeria oder von der Elfenbeinküste und würden auf Englisch oder Französisch kommunizieren.

Mit gestohlenen Bildern attraktiver Männer gaukeln die Betrüger ihren Opfern romantische Gefühle vor und agieren dabei immer nach demselben Muster: «Ein typischer Fall von Love Scam verläuft in mehreren Betrugsphasen», erklärt Baltzer. Zuerst werde eine Vertrauensbasis geschaffen, dann würden die bereits emotionalisierten Frauen in mehreren Etappen durch Vorspiegelung eines Schicksalsschlags zur Zahlung hoher Geldbeträge bis zu 20 000 Franken bewegt. (red.)