Subito zum Weinkenner

Geniessen Moscato für die Oma, Bordeaux für den Schwiegervater: Zurzeit kann man sich vor Einladungen kaum retten. Doch welcher Wein passt? Und wie probiert man ihn richtig? Der Önologe Dominik Vombach gibt Tips.

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Was steht auf der Flasche? Önologe Dominik Vombach aus St. Gallen mag am liebsten Syrah. (Bild: Ralph Ribi)

Was steht auf der Flasche? Önologe Dominik Vombach aus St. Gallen mag am liebsten Syrah. (Bild: Ralph Ribi)

Testkauf: Im Supermarkt hat man die Qual der Wahl. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man zuerst einzelne Flaschen kaufen und sie zu Hause probieren. Wenn der Wein gefällt, kann man Nachschub kaufen. Am besten, man tut sich einen «Hauswein» zu, von dem man weiss, dass er schmeckt und von dem man immer ein paar Flaschen zu Hause hat.

Champagner: Ein gutes und teures Mitbringsel, das der Familie oder den Freunden zeigt: Ich schätze euch. Champagner ist der klassische Apéro am Weihnachtsfest, da er besonders und edel schmeckt. Als Champagner dürfen nur Schaumweine bezeichnet werden, die aus der französischen Region Champagne stammen. Der Rest aus Frankreich nennt sich Crémant.

•Tip: Moët & Chandon Impérial brut, Champagne AOC, 40.95 Franken im Denner

Prosecco: Sind vor allem Frauen am Apéro, wird man mit Prosecco sicher punkten. Er ist spritzig, fruchtig und erfrischend. Am besten schmeckt er pur, ohne Sirup. Aber: jedem das Seine. Bei der Auswahl besser zum Spumante greifen. Dieser wurde in der Flasche vergoren und ist eleganter und hochwertiger.

•Tip: Bortolomiol, Prior Brut, Prosecco di Valdobbiadene DOCG, für 12.95 Franken im Denner

Moscato D'Asti: Passt gut zum Panettone am Nachmittag mit der Oma. Der italienische süsse Schaumwein stammt aus den Provinzen Asti, Cuneo und Alessandria im Piemont. Moscato d'Asti wird aus der Rebsorte Moscato Bianco hergestellt.

•Tip: Moscato D'Asti DOCG, Cantina Sociale Canelli, für 7.95 Franken im Denner

Preis: Bevor man einen Wein kauft, sollte man sich die Budget-Frage stellen. Gehe ich an eine Party, wo sowieso schon alle betrunken sind? Dann lohnt es sich nicht, viel Geld auszugeben. Ansonsten sollte man mindestens zehn Franken ausgeben, will man einen guten Wein trinken. Fraglich jedoch ist, ob man für einen Wein 50 Franken ausgeben soll.

Fondue Chinoise: Nicht jeder Wein passt zum beliebtesten Weihnachtsessen der Schweizer, da das Fleisch und die verschiedenen Saucen das Essen schon sehr aromatisch machen. Grundsätzlich sollte der Wein das Essen ergänzen. Zum deftigen Braten passt eher ein kräftiger Rotwein, zum Fondue Chinoise trinkt man hingegen eher einen leichten Rotwein. Zum Raclette und Käsefondue ist übrigens Weisswein Programm. Am besten Chasselas oder einen anderen säurearmen Weisswein aus der Schweiz.

•Tip zum Fondue Chinoise: Pfaffl Blauer Zweigelt Niederösterreich 2011, für 10.50 Franken bei Coop

•Tip für kräftigen Rotwein: J.-R. Germanier Syrah Valais AOC 2011, für 19 Franken im Coop

Bordeaux: Kein Wein für Anfänger. Man muss langsam reinfinden in den edlen, eleganten und kräftigen Rotwein. Er kommt aus einer der bekanntesten und teuersten Weingegenden der Welt. Das perfekte Getränk also, um den Schwiegervater zu beeindrucken.

•Tip: Château Phélan Ségur Saint-Estèphe AOC 2009, für 53 Franken im Coop

Probieren: 1.) Am Weinglas riechen, ohne zu schwenken. 2.) Das Glas schwenken. Das geht einfacher, wenn es auf dem Tisch steht. 3.) Nochmals am Wein riechen. Nun haben sich die Aromastoffe mit dem Sauerstoff vermischt. 4.) Einen Schluck nehmen. Wie wirkt er auf der Zunge? Mit dem Wein die ganze Mundhöhle benetzen. Dann ausspucken oder schlucken. 5.) Warten. Wie macht er sich im Abgang? Wichtig: Das Glas immer am Stiel halten. Der Stiel ist dafür da, dass der Wein nicht warm wird.

Magnum-Flasche: Sie fasst doppelt so viel wie eine normale Flasche, also 1,5 Liter. Am besten bringt man sie zum Weihnachtsessen mit, wo es viele durstige Gäste hat. Der Vorteil: Der Wein schmeckt so für alle gleich. Denn bringt man vom selben Wein mehrere kleinere Flaschen mit, kann es sein, dass jede Flasche etwas anders schmeckt, was mit dem Korken zusammenhängt.

Wein-Kenner: Man wird einer, wenn man viel Wein probiert. Grundsätzlich gibt es keine Regeln. Jeder soll trinken, was er mag. Am besten lädt man ein paar Freunde ein, öffnet drei Flaschen Wein und vergleicht. So schult man seine Sinne.

•Mit dem Aromatset Nez du Vin schärft man den Geruchsinn, Set mit 24 Aromen für circa 180 Franken bei www.lenez.com

Notiert: Cathrin Michael

Bücher zum Thema: Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Gräfe und Unzer, 886 Seiten, 175 Franken Gerd Rindchen: Crashkurs Wein. Gräfe und Unzer, 160 Seiten, 24.50 Franken

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