STURZ IN DIE MANEGE: «Keine Sicherung möglich»

Das Gastspiel des Rapperswiler Circus Knie in Luzern wurde am Montagabend von einem schweren Unfall überschattet. Mediensprecherin Sara Hildebrand gibt Auskunft wie es zum Unfall kam.

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Die Akrobatin Malvina Abakarova hat in vier Metern Hoehe den Halt verloren und ist in die Manege gestuerzt. Abakarova hat sich beim Sturz mehrere Knochenbrueche zugezogen, war aber immer ansprechbar. (Archivbild) (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Die Akrobatin Malvina Abakarova hat in vier Metern Hoehe den Halt verloren und ist in die Manege gestuerzt. Abakarova hat sich beim Sturz mehrere Knochenbrueche zugezogen, war aber immer ansprechbar. (Archivbild) (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Das Gastspiel des Rapperswiler Circus Knie in Luzern wurde am Montagabend von einem schweren Unfall überschattet. Die Artistin Malvina Abakarova stürzte bei der letzten Nummer des Abends rund vier Meter in die Tiefe. Sie bildet mit Valeriy Sychev das Duo Desire of Flight. Beim Sturz brach sich Abakarova beide Handgelenke und renkte sich den Ellenbogen aus. Die 
Vorstellung musste danach abgebrochen werden. Der Artistin gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt Sara Hildebrand, Mediensprecherin des Circus Knie.

Sara Hildebrand, wie kam es zu diesem Unfall während der Vorstellung?
Die Artistin führte bei der Nummer einen Handgriff nicht richtig aus und stürzte deswegen. Sie war nach dem Sturz ansprechbar und bei vollem Bewusstsein. 

Weshalb konnte es überhaupt zu einem schweren Unfall kommen? Sind die Artisten nicht gesichert?
Nein, bei dieser Nummer sind die Artisten nicht gesichert. Die Choreografie der sogenannten Strapaten-Künstler lässt keine eigentliche Sicherung zu. Strapaten sind genähte Bänder mit Laschen an den Enden, in die sich der Künstler mit Armen oder Beinen einhängen kann. Bei der Nummer des Circus Knie ist das Valeriy Sychev. Die Künstler haben bei dieser Art der Akrobatik viel Bodenkontakt. Ein Netz wäre deshalb im Weg, in einem Seil könnte man sich verheddern. 

Weshalb wurde entschieden, die Vorstellung nach dem Unfall abzubrechen? 
Auf den ersten Blick war nicht sichtbar, wie schwer sich die Artistin verletzt hatte, man wusste nicht genau, was los war. Deshalb wollte man sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus bringen. Ausserdem war es die letzte Nummer des Abends, danach kommt noch das Finale. Es wäre unangebracht gewesen, einfach weiterzumachen.

Wie reagierten die Zuschauer auf den Sturz der Artistin?
Es wurde sofort sehr ruhig. Die Zuschauer waren betroffen, von dem, was sie gesehen hatten. Als bekanntgegeben wurde, dass die Vorstellung abgebrochen wird, gingen die Leute langsam nach Hause.

Wird die Nummer für die weiteren Tourneedaten ersatzlos gestrichen?
Der Unfall ist erst kürzlich passiert, deshalb wurde vom Circus Knie noch nichts entschieden. Wir versuchen aber, einen Ersatz für Abakarova zu finden, damit die Nummer bis Tourneeschluss im November weiterhin gezeigt werden kann. (lw)