STUDIE: Jugendliche im Netz

Jeder zehnte Jugendliche in der Schweiz zeigt ein problematisches Suchtverhalten bei der Internetnutzung.

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Obwohl mit Smartphones und Tablets immer mehr digitale Inhalte konsumiert würden, nutzten fast 80 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz das Internet «unproblematisch», heisst es im am Dienstag veröffentlichten James-Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Zwölf Prozent zeigen aber ein «risikohaftes» Verhalten, und bei neun Prozent ist die Internetnutzung sogar «problematisch». Dies bedeutet etwa, dass sie Entzugserscheinungen haben, wenn sie kein Gerät zur Verfügung haben.

Offline lernen, mit Konflikten umzugehen

Zudem zeigt der alle zwei Jahre erhobene Bericht, dass Jugendliche mit einem problematischen Verhalten das Internet häufiger nutzen, mehr fernsehen oder auch öfter Videogames spielen. Sie verbreiten überdies auch eher mediale Gewalt – oder sind selber schon Opfer von Cybermobbing geworden. Interessanterweise zeigt die Studie aber auch, dass suchtgefährdete Jugendliche bei den nonmedialen Freizeitaktivitäten nicht signifikant abfallen. Auch sie treffen sich mit Freunden und treiben Sport. Wichtig sei aber, diese Kinder vor problematischem Onlineverhalten zu schützen, schreiben die Forschenden. Als Beispiele für solche «schützenden Faktoren» werden Musizieren, Basteln, Malen, Haustierbetreuung oder auch Tageszeitungen und Zeitschriftenlesen genannt. Eltern sollten Aktivitäten fördern, bei denen die Jugendliche Anerkennung erhalten und Erfolge erleben, schreiben die Forschenden. Besonders wenn es im «richtigen Leben» nicht so gut läuft, seien für Jugendliche «Likes» in sozialen Netzwerken oder erreichte Punkte in Games besonders anziehend, heisst es weiter. Der Bericht zeigt auch auf, dass die Anzahl der verfügbaren Medien einen grossen Einfluss auf das Onlineverhalten haben: Je mehr internetfähige Geräte in einem Haushalt herumliegen, desto grösser ist die Suchtgefahr. Wichtig ist auch die Vorbildfunktion der Eltern. (sda)