Stress macht Erfolgreiche depressiv

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Forschende der ETH Lausanne (EPFL) haben bei Mäusen entdeckt, dass die Tiere mit hohem sozialem Status anfälliger sind, durch Stress depressiv zu werden. Die Angst vor Statusverlust könnte eine Rolle spielen.

Die beobachteten Mäuse gehörten alle dem gleichen Laborstamm an, waren also genetisch praktisch identisch, wie die EPFL mitteilt. Auch die Lebensbedingungen der Tiere waren bis zum Zeitpunkt der Studie gleich. Setzten die Forschenden um Carmen Sandi die Tiere chronischem Stress aus, entwickelten jedoch nur die in der Gruppe dominanten Mäuse Anzeichen depressiven Verhaltens, indem sie sich von den anderen Tieren zurückzogen. Die in der Hierarchie untergeordneten Mäuse hingegen verhielten sich genauso wie Kontrolltiere, die nicht gestresst wurden.

Die Ergebnisse decken sich laut Sandi mit der Sichtweise, dass die Möglichkeit, an Status zu verlieren, anfälliger macht für Depressionen, als sich unterzuordnen. In einem nächsten Schritt untersuchten die Forschenden mit der EPFL-Gruppe um Rolf Gruetter die Hirnaktivität der Tiere. Und zwar mit Hilfe eines Verfahrens, mit dem sich die Menge bestimmter Stoffwechselprodukte im Gehirn sichtbar machen lässt. In einem für Motivation und Belohnung zuständigen Hirnareal liess sich sowohl der Sozialstatus als auch die Anfälligkeit für Stress ablesen.

Bei den sozial tiefer gestellten Mäusen lag das Niveau an Energie-Stoffwechselprodukten in diesem Hirnareal zunächst tiefer, stieg aber nach dem Dauerstress an. Bei den dominanten Mäusen lagen die Werte schon anfangs höher. (sda)