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STEUERTELEFON: Wie versteuere ich digitales Geld?

Kryptische Währung, Erbengemeinschaft, selbständiges Nebenerwerbseinkommen: Unser Experte José Muro beantwortete letzte Woche Leserfragen zur Steuererklärung. Eine kleine Auswahl.
Steuerexperte José Muro beantwortete letzte Woche auf der Redaktion Leserfragen rund um die Steuererklärung. Heute steht er über Mittag nochmals telefonisch Red und Antwort. (Bild: Michel Canonica)

Steuerexperte José Muro beantwortete letzte Woche auf der Redaktion Leserfragen rund um die Steuererklärung. Heute steht er über Mittag nochmals telefonisch Red und Antwort. (Bild: Michel Canonica)

Straflose Selbstanzeige

In den letzten Wochen habe ich viel über den automatischen Informationsaustausch und die Möglichkeit einer straflosen Selbstanzeige gelesen. Können Sie mir erklären, worum es geht?

Mit Hilfe des neuen globalen Standards für den automatischen Informationsaustausch (kurz AIA) soll die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindert werden. Der Standard sieht vor, dass Staaten, die den AIA untereinander vereinbart haben, gegenseitig Informationen über Finanzkonten austauschen. Nebst der Schweiz haben sich fast 100 Staaten, darunter alle wichtigen Finanzzentren, zur Übernahme dieses Standards bekannt.

Die Schweiz sammelt seit dem 1. Januar 2017 erstmals Daten und wird diese im Jahr 2018 austauschen. Sie hat den AIA für die Informationen der Daten ab dem Jahr 2017 mit folgenden Partnerstaaten vereinbart: Australien, der Europäischen Union (EU), den britischen Kanalinseln, Island, Japan, Kanada, Norwegen und Südkorea. Ab 2018 kommen über 40 Staaten hinzu.

Der AIA betrifft also alle Personen, die in einem der Vertragsstaaten wohnen und in einem anderen Land Finanzkonten bei Banken oder Versicherungen unterhalten. Für steuerpflichtige Personen, die bis anhin alle weltweiten Vermögenswerte ordentlich deklariert und versteuert haben, hat der AIA keinen direkten Einfluss. Wenn hingegen nicht alle Vermögenswerte ordentlich deklariert und versteuert wurden, besteht das Risiko, dass die Steuerhinterziehung infolge des AIA seitens der Steuerbehörde entdeckt wird. Die Steuerhinterziehung löst nicht nur Nachsteuern und Zinsen aus, sondern auch eine Busse, die in Abhängigkeit der hinterzogenen Steuer festgelegt wird. Seit dem Jahr 2010 können aber natürliche oder juristische Personen bei einer erstmaligen Selbstanzeige einer Hinterziehung straffrei ausgehen. Die ordentlichen Nachsteuern und die Zinsen werden auch bei einer Selbstanzeige nacherhoben, und zwar bis maximal zehn Jahre zurück. Dafür entfällt die Busse, wenn die Steuerbehörden vor der Selbstanzeige noch keine Kenntnis von der Steuerhinterziehung hatten und die steuerpflichtige Person mit den Steuerbehörden vorbehaltlos kooperiert.

Kryptische Währung

Wie deklariert man eine kryptische Währung und hat das Mining Steuerfolgen?

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, bei denen die Prinzipien der Kryptographie (Verschlüsselung, Informationssicherheit) angewandt werden, um ein verteiltes, dezentrales und sicheres digitales Zahlungssystem zu realisieren. Diese Währung wird im Gegensatz zu Zen­tralbankgeld ausschliesslich durch Private und Unternehmen geschöpft und besteht nur in digitaler Form auf einem elektronischen Konto. Kryptowährungen sind vergleichbar mit einem Guthaben auf einem Bankkonto, jedoch ohne Anrecht oder gar Möglichkeit auf Auszahlung in Form von Bargeld, aber mit der Möglichkeit, in elektronischer Form Zahlungen zu tätigen und zu empfangen.

Die erste Kryptowährung, Bitcoin, ist 2009 als Alternative zum konventionellen Geldsystem entwickelt worden. Die einzelnen Coins werden dabei dezentral von jedem, der Rechenleistung zur Verfügung stellt, generiert. Im Fachjargon heisst das «Mining» respektive «Schürfen». Auf einem öffentlichen Buchungssystem werden alle Transaktionen gespeichert. Bitcoins können an Automaten oder im Internet gekauft werden. Zahlungen mittels Bitcoins können zwischen Privaten, zwischen Firmen und Privaten oder zwischen Firmen stattfinden. Seit dem Bitcoin wurden zahlreiche weitere Kryptowährungen implementiert.

Bei Privatpersonen unterliegen Bitcoin-Guthaben der Vermögenssteuer. Zur Umrechnung der Werte in Schweizer Franken können beispielsweise die folgenden Anbieter abgefragt werden: www.finanzen.ch/währungsrechner oder www.oanda.com/lang/de/currency/converter. Allfällige Gewinne oder Verluste aus Bitcoin-Guthaben sind grundsätzlich nicht relevant für die Einkommenssteuer, da sie gleich wie private Gewinne oder Verluste auf Wertpapieren und so weiter zu qualifizieren sind. Vorbehalten bleibt die Qualifikation einer Privatperson als gewerbsmässiger Wertschriften-/Devisen- beziehungsweise Bitcoin-Händler.

Unterstützungsabzug

Ich lebe im Kanton St. Gallen und unterstütze meinen Konkubinatspartner laufend, da er infolge seiner Invalidität über ein sehr geringes Einkommen verfügt. Gibt es hier spezielle Abzugsmöglichkeiten?

Steuerlich ist zwischen den Regelungen bei der Direkten Bundessteuer und den kantonalen Gesetzen zu unterscheiden. Bei der Direkten Bundessteuer kann für das Jahr 2016 ein Abzug von 6500 Franken geltend gemacht werden. Dieser Abzug setzt aber voraus, dass der Steuerpflichtige an den Unterhalt einer erwerbsunfähigen oder beschränkt erwerbsfähigen Person mindestens 6500 Franken leistet. Die Unterstützung muss nicht zwingend auf einer Rechtspflicht beruhen, sie kann auch aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung oder freiwillig erfolgen. Wenn Sie also 6500 Franken oder mehr geleistet haben, besteht ein Abzugsrecht. Der Kanton St. Gallen kennt leider keinen diesbezüglichen Abzug. Somit wirkt sich Ihre Unterstützung – sofern die Voraussetzungen gegeben sind – einzig bei der Bundessteuer aus.

Erbengemeinschaft

Meine Mutter ist im August 2016 verstorben und hat mir und meinen zwei Brüdern eine an Dritte vermietete Liegenschaft vererbt. Im Laufe des Jahres 2017 werde ich meinen Anteil von einem Drittel einem Bruder verkaufen. Was ist hier steuerlich alles zu beachten?

In der Steuererklärung 2016 müssen Sie und Ihre beiden Brüder den jeweiligen Anteil an der nicht verteilten Erbschaft (je ein Drittel) ab dem Todestag de­­kla­rieren. Diese Deklaration umfasst sämtliche einkommens- und vermögensrelevanten An­­­gaben wie Mietertrag, Unterhalts- und Verwaltungskosten, Schuldzinsen, Liegenschaftswert und die Hypothek. Bis zum Todestag Ihrer Mutter werden diese Einkommens- und Vermögenswerte noch ihr zugerechnet.

Der Verkauf Ihres Drittelanteils an der Liegenschaft an einen Ihrer Brüder löst unter Umständen noch die Grundstückgewinnsteuer aus. Die Grundstückgewinnsteuer wird auf der Basis Ihres Erlöses abzüglich der ursprünglichen Anlagekosten Ihrer Mutter (zu einem Drittel) ermittelt. Die steuerreduzierende Haltedauer wird dabei vom ursprünglichen Erwerbsdatum Ihrer Mutter an gerechnet.

Selbständiges Nebenerwebseinkommen

Ich bin pensioniert und habe im Jahr 2016 für sieben Monate ein selbständiges Nebenerwerbseinkommen erzielt. Wie muss ich dies in der Steuererklärung 2016 deklarieren?

Natürliche Personen mit Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit müssen der Steuererklärung eine unterzeichnete Jahresrechnung oder – wenn sie nicht zur Führung von Geschäftsbüchern verpflichtet sind – eine Aufstellung über Aktiven und Verbindlichkeiten, Einnahmen und Ausgaben sowie Privatentnahmen und Privateinlagen beilegen.

In Ihrem Fall reicht es, dass sie eine Aufstellung über die Einnahmen und alle geschäftsmässig begründeten Aufwendungen beilegen, zumal sie für diese sieben Monate kaum nennenswerte Anschaffungen getätigt haben. Die Aufstellung sollte alle Umsätze, die Sie in den sieben Monaten erzielt haben, enthalten, und zwar unabhängig davon, ob Sie diese via Bank oder bar erhalten haben. Bei den Aufwendungen stellt sich die Frage, was alles geschäftsmässig begründet ist. Grundsätzlich gehören dazu: Warenaufwand, Raum- und Fahrtkosten, Betriebsmaterial, Bürokosten sowie Verwaltungs- und allfällige Versicherungskosten. Sollten Sie nicht für alle Aufwendungen Belege haben, ist es zulässig, pauschale Aufwendungen (zum Beispiel Fahrzeug) geltend zu machen; die Aufwendungen müssen aber glaubhaft dargelegt werden können und im Verhältnis zu den Einnahmen stehen.

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