STERNENHIMMEL

Seltene Flugobjekte: Der Asteroid 2012DA14 und der Planet Merkur Mitte Februar wird es spannend. Da soll ein grösserer Brocken relativ nah an der Erde vorbeisausen. Und da wird man auch einen Planeten relativ gut sehen können, der sich sonst eher rar macht: Merkur.

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Durchmesser 4878 Kilometer, 0,055 Erdmassen, 0,06 Erdvolumen, mittlere Oberflächentemperatur 430 Grad (Bild: (AP NASA))

Durchmesser 4878 Kilometer, 0,055 Erdmassen, 0,06 Erdvolumen, mittlere Oberflächentemperatur 430 Grad (Bild: (AP NASA))

Seltene Flugobjekte: Der Asteroid 2012DA14 und der Planet Merkur

Mitte Februar wird es spannend. Da soll ein grösserer Brocken relativ nah an der Erde vorbeisausen. Und da wird man auch einen Planeten relativ gut sehen können, der sich sonst eher rar macht: Merkur.

Tageslänge: Wer gerne Licht hat, kann beruhigt sein. Die Tage werden entschieden länger: Am 1. Februar geht die Sonne in unseren Breiten um 7.47 Uhr auf, am 28. dann schon um 7.03 Uhr. Macht ein Plus von 44 Minuten. Sonnenuntergang verschiebt sich von 17.14 Uhr nach 18.03 Uhr. Macht 42 Minuten mehr.

Mond: Der Monat fängt mit abnehmendem Mond an. Nächsten Sonntag erreicht der Begleiter der Erde das Letzte Viertel, die Woche drauf (10. Februar) ist Neumond. Dann geht's wieder aufwärts, mit dem Ersten Viertel (17. Februar) und Vollmond (25.).

Planeten: Glanzpunkt am Nachthimmel ist Jupiter. Schon bei Einbruch der Dunkelheit steht er hoch am Südhimmel und geht erst spät unter: Heute um 3.44 Uhr, am 15. um 2.52 Uhr und zu Monatsende um 2.06 Uhr. Saturn im Sternbild Waage bestreitet dafür die zweite Nachthälfte, heute geht er um 1.12 Uhr auf. Mars und Venus bleiben unsichtbar, dafür zeigt sich ein seltener Gast: Merkur. Von ihm später mehr.

Sternenhimmel: Nie ist der Nachthimmel so schön wie jetzt. Vor allem der Südhimmel ist zur Standardbeobachtungszeit (23 Uhr am 1., 22 Uhr am 15. und 21 Uhr am 28. Februar) voller leuchtender Sterne – mit dem Sternbild Orion zum Beispiel, mit den Zwillingen.

Ein Asteroid kommt: Er heisst 2012DA14, ist rund 45 Meter lang und befindet sich auf dem Weg zu uns. Im Jahr 1908 ist ein ähnlich grosses Ding über der unbewohnten Region Tunguska in Sibirien explodiert und hat auf einer Fläche von 2000 Quadratkilometern rund 80 Millionen Bäume entwurzelt.

Doch keine Angst: Der im Februar 2012 von einem spanischen Kieferchirurgen als winziger Lichtpunkt auf Bildern aus seinem privaten Observatorium entdeckte 2012DA14 wird die Erde verfehlen. Am 15. Februar streift er zwischen 16 und 22 Uhr in 28 000 Kilometern Distanz an ihr vorbei. Für uns ist das viel, für die Astronomen wenig. Kreuzen wird er dabei die Umlaufbahn der Satelliten.

Merkur, der Gott,...: Es ist keineswegs Zufall, dass die Menschen dem sonnennächsten Planeten den Namen Merkur gegeben haben. Bei den Römern ist er der Gott des Handels und der Händler. In seiner griechischen Variante, dem Gott Hermes, ist er auch noch der Gott der Diebe und fungiert mit seinen geflügelten Schuhen auch als Götterbote. Alle diese Zuschreibungen haben eines gemeinsam: Dieser Gott taucht auf und verschwindet rasch wieder.

...und sein Planet: Mit dem Planeten Merkur geht es ganz ähnlich. Steht er am Himmel, ist die Sonne nie weit. In aller Regel überstrahlt sie ihn. Der mittlere Abstand von Merkur zur Sonne beträgt 58 Millionen Kilometer, diesen Februar allerdings befindet sich Merkur nur gerade 46 Millionen Kilometer weit weg. Schlechte Voraussetzungen also, ihn zu sehen. Und trotzdem ist es möglich. Kurz nach der Monatsmitte hat Merkur seine grösste östliche Entfernung von der Sonne, bevor er sich ihr wieder nähert. Das hat zur Folge, dass man ihn in der Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont sehen kann, und zwar ab dem 6. Februar bis zum 16. Dann werden die Bedingungen wieder schlechter. Die Merkurbahn hat Astronomen lange irritiert, sie haben einen weiteren Planeten vermutet. Bis Albert Einstein in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie postuliert hat, dass grosse Himmelskörper den Raum um sie herum krümmen. Genau dies ist hier der Fall: die Sonne staucht den Raum.

Rolf App