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STERNENHIMMEL: Die missbrauchte Nymphe

Göttervater Zeus persönlich hat die Grosse Bärin hoch über unsern Köpfen an den Himmel gesetzt. Wir kennen sie unter anderem Namen: als Grossen Wagen.
Rolf App
Die Galaxie M 82 sieht seltsam aus. Weil sie so hell leuchtet, ist sie ein beliebtes Beobachtungsobjekt für Amateurastronomen. (Bild: PD)

Die Galaxie M 82 sieht seltsam aus. Weil sie so hell leuchtet, ist sie ein beliebtes Beobachtungsobjekt für Amateurastronomen. (Bild: PD)

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@tagblatt.ch

Sternbilder sind Menschenwerk. Sie entstehen aus Linien, die wir in unserer Fantasie zwischen den Leuchtpunkten des Sternenhimmels ziehen – und mit denen dann einzelne Völker auch ihre Geschichten verbinden. Sternbilder kommen und gehen, steigen auf und sinken wieder unter den Horizont. Denn je nach Jahreszeit und geografischer Position sehen wir einen anderen Ausschnitt des Himmels. Und weil die Erde sich dazu fortwährend dreht, ziehen auch in einer Nacht Sterne und Planeten weiter.

Vom Grossen Wagen zur Grossen Bärin

Es gibt aber ein paar Sternbilder, die wir immer sehen, weil sie so hoch stehen und um den Nordpol kreisen. Das sind die Zirkumpolarsterne. Und es gibt ein Sternbild, das wegen seiner markanten Form fast alle kennen: den GrossenWagen. Weniger bekannt ist, dass diese Reihe stark leuchtender Sterne nur Teil eines noch grösseren Sternbilds ist, des GrossenBären. Eigentlich müsste es zwar GrosseBärin heissen, worauf schon der römische Namen Ursa major verweist. Ursa, das ist die Bärin.

Die Römer kannten noch die mythologische Geschichte dahinter, die von einer Frau handelt: von der Nymphe Kallisto, die von Göttervater Zeus vergewaltigt und von ihrer Chefin, der Jagdgöttin Artemis, und von Zeus’ Gemahlin Hera hernach bestraft wird. Denn gegen Zeus selbst ist kein Kraut gewachsen. Artemis verbannt Kallisto, Hera verwandelt sie in eine Bärin, und um ihr weiteres Ungemach zu ersparen, entrückt Zeus sie an den Himmel. Immerhin, auch da behält Hera das letzte Wort: Sie verbietet nämlich dem Ozean, diese Bärin zu baden, sprich: Sie unter den Ozean abtauchen zu lassen. Deshalb ist sie zirkumpolar.

Astronomisch bietet die Grosse Bärin viele Leckerbissen – je nachdem, mit welchem Hilfsmittel man den Himmel absucht. Da gibt es zum Beispiel Mizar, den zweiten Deichselstern, neben dem noch ein zweites schwaches Sternchen leuchtet, Alkor. Zusammen mit dem östlichsten Stern Alkaid und der Spiralgalaxie M 101 bildet Mizar ein Dreieck. Wir sehen M 101 direkt von oben, deshalb ist ihr Licht über eine grosse Fläche verstreut. Fast am Ende des Sternbilds, in nordwestlicher Richtung, hat der deutsche Astronom Johann E. Bode im Dezember 1774 zwei neblige Fleckchen beobachtet.

In der Galaxie M 82 werden Sterne geboren

Es sind die Galaxien M 81 und M 82. Während M 81 eine Spiralgalaxie ist, gibt die zigarrenförmige M 82 bis heute Rätsel auf. Zunächst glaubte man angesichts der aus dem Zentrum hervorbrechenden Gasfilamente, die Galaxie explodiere. Mittlerweile haben Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble eine andere Ansicht erhärtet: Dass dort, versteckt hinter Staubwolken, Unmengen neuer Sterne entstehen.

Was sonst noch am Himmel zu sehen ist

Kommen wir noch auf ein paar andere Kennzeichen des Monats Mai zu sprechen: Die Tage werden um mehr als eine Stunde länger: Der Sonnenaufgang verschiebt sich von heute 6.04 Uhr Sommerzeit nach 5.29 Uhr, der Sonnenuntergang von 20.34 Uhr nach 21.11 Uhr.

Unter den Planeten bleiben Merkur den ganzen Mai und Mars ab der Monatsmitte unsichtbar. Venus leuchtet am Morgen, und zur Standardbeobachtungszeit (24 Uhr am 1., 23 Uhr am 15. und 22 Uhr am 31. Mai) steht Jupiter im Sternbild Jungfrau fast genau im Süden. Ihm wird von Osten her schon bald Saturn nachrücken.

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