Sparen beim Steuernzahlen

In einem Ratgeber erläutert Fredy Hämmerli, wo beim Steuernzahlen Sparpotenzial drinliegt. Sein Buch ist jedoch nicht einfach ein Schlawiner-Guide, sondern beleuchtet subtil das Wesen des Steuersystems.

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Beim Stichwort Steuern denken vielleicht Grossunternehmer, nicht aber brave Bürger gleich ans Sparen. Dass auch für diese Potenzial im jährlichen Prozedere der Steuererklärung liegt, demonstriert Fredy Hämmerli in seinem Ratgeber, der eben aktualisiert und mit Hinweisen auf kantonale Eigenheiten in der 18. Auflage erschienen ist.

Billigmiete für Kinder

In seiner Auflistung der wichtigsten Spartips rät Hämmerli etwa dazu, die Kinder nicht gratis im Haus wohnen zu lassen, sondern ihnen dieses zum Billigpreis zu vermieten. Statt auf den hohen Eigenmietwert zahle man so nur noch auf die tiefen Mietzinseinnahmen Steuern. Statt auf eine Lohnerhöhung zu drängen, ist es laut Hämmerli steuertechnisch schlauer, mit dem Arbeitgeber über die Ausrichtung von Pauschalspesen, Lohnnebenleistungen und die Mitgliedschaft bei einer Kaderversicherung zu reden.

Eine Liegenschaft soll man ausserdem noch zu Lebzeiten verschenken, sich aber ein lebenslanges Nutzungs- und Wohnrecht einräumen: «Dieses Recht belastet die Liegenschaft so stark, dass kaum mehr Schenkungssteuern anfallen.»

Bestrafte Grosszügigkeit

Um aber Missverständnissen vorzubeugen: Hämmerlis Buch ist keine Ansammlung dubioser Winkelzüge. Es erklärt in erster Linie und klar gegliedert Beachtenswertes für Doppelverdiener, Konkubinatspaare oder Alimentenzahler, Regelungen der Abzüge von Berufsauslagen oder Krankheitskosten sowie Besonderheiten bei Mitarbeiteraktien oder Baukredit und Hypotheken.

Hilfreich sind die kurzen Fallbeispiele, bei denen Fallen drohen. So wird etwa die Grosszügigkeit, einem Freund oder Verwandten die Schulden zu erlassen, zum Eigengoal. Denn der Fiskus taxiert einen solchen Schuldenerlass als Schenkung und verlangt dafür die entsprechenden Steuern. Und wer für eine Umschulung die Berufstätigkeit aufgibt, kann die Kosten nicht von den Steuern absetzen, während sie bei einem berufsbegleitenden Umschulungskurs vom Einkommen abzugsberechtigt wären.

Schummeln lohnt sich nicht

Der Ratgeber ist gespickt mit einer Fülle von Tabellen (etwa zur Steuerbelastung im Ausland oder Steuern auf Kapitalleistungen der Pensionskasse und der 3. Säule) sowie Checklisten und Musterformularen. Weiter erläutert Hämmerli Einsprache- und Rekursmöglichkeiten – warnt dabei aber, dass der Gerichtsweg teuer werden könne. Und dass sich Schummeln an Ende nicht lohnt. (Hn.)

Fredy Hämmerli: So sparen Sie Steuern, K-Tipp-Ratgeber, 142 S., Fr. 32.–

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