Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Solar um die Welt

An der Verleihung des 26. Schweizer Solarpreises haben Bertrand Piccard und André Borschberg gestern in St. Gallen für ihre Weltumrundung mit Solar Impulse 2 den Weltsolarpreis erhalten.
Bruno Knellwolf
Bertrand Piccard und André Borschberg wurden gestern in St. Gallen mit dem Weltsolarpreis ausgezeichnet. (Bild: Urs Bucher)

Bertrand Piccard und André Borschberg wurden gestern in St. Gallen mit dem Weltsolarpreis ausgezeichnet. (Bild: Urs Bucher)

Die Bilder auf dem Video-Einspieler zeigen, wie Bertrand Piccard bei seiner Weltumrundung mit einem Solarflugzeug US-Präsident Barack Obama getroffen hat – und Ban Ki Moon, den Uno-Generalsekretär, oder den Fürsten von Monaco, Albert II. Jetzt steht der Lausanner Professor, Psychiater und Flugpionier Piccard zusammen mit André Borschberg auf einer Bühne in St. Gallen und erhält stehende Ovationen vom Publikum. Soeben ist den beiden Piloten und Initianten von Solar Impuls 2 in der Olma-Halle 9.2 der Weltsolarpreis überreicht worden. Dies im Rahmen der Verleihung der 26. Schweizer Solarpreise, die zum ersten Mal in der Ostschweiz verliehen werden.

«Unter Einsatz ihres Lebens»

«Unter Einsatz ihres Lebens haben die beiden die erste Weltumrundung mit Solarkraft geschafft», sagt Laudator Wolfgang Palz, der in Brüssel für die EU die Division Sonnenenergie leitet. Noch bis Anfang dieses Jahrhunderts hätten erneuerbare Energien ein Schattendasein geführt. Doch nun sei es zu einem Umbruch gekommen. In den USA und Europa würden inzwischen mehr Kraftwerke mit erneuerbaren Energien als solche mit fossiler oder atomarer Energie gebaut. «Heute sind zwanzig Prozent der Kraftwerksleistung weltweit aus Sonne und Wind», sagt Palz. Das Projekt Solar Impulse 2 von Piccard und Borschberg habe dieser Entwicklung die Krone aufgesetzt. «Die ganze Welt hat darüber berichtet, wie ihr am 9. März 2015 losgeflogen seid. Damit habt ihr das Interesse für die Solarenergie weltweit geweckt», sagt Daniel Lincot von einem Forschungsinstitut für Photovoltaik in Paris, der die zweite Laudatio hält.

Die Reise sei mehr schwierig als gefährlich gewesen, sagt Piccard nach den Lobeshymnen. Das Leben riskiere er nicht in der Luft, sondern eher auf Erden, wo pro Stunde eine Million Tonnen Erdöl verbrannt werde. Mut habe es schon gebraucht, zum Beispiel vor dem Abflug in Japan, als ihm alle seine Techniker vom Start abgeraten hätten, weil das Solarflugzeug nicht in bestem Zustand war. Doch für ein solches Flaggschiff-Projekt müsse man gewillt sein, schwierige Entscheidungen treffen. Piccard erzählt von den emotionalsten Momenten: dann wenn er Kindern in aller Welt das Flugzeug gezeigt habe – oder als er mit Ban Ki Moon aus dem Flugzeug heraus gesprochen habe, vor 175 Staatschefs im Rahmen des Pariser Klimagipfels. Denn darum gehe es schliesslich – die Energiepolitik zu beeinflussen. «Es braucht nicht nur Menschen, die Solarmodule auf Dächer montieren, sondern auch Politiker, die auf neue Technologien umstellen», sagt Piccard.

Kein Zurück mehr

Ihre Solar-Mission halten die beiden für erfolgreich. Selbst in den arabischen Erdölländern werde inzwischen auch auf Solarenergie gesetzt, sagt Borschberg. «Wir haben einen Punkt erreicht, an dem man nicht mehr umkehren kann», ergänzt Piccard. «Doch der Einsatz von Solarenergie wird nicht reichen. Wir verschwenden immer noch zu viel Energie. Wir benutzen zu alte Systeme, sei es bei der Gebäudeisolation oder bei der Kühlung.»

Das müsse sich ändern, deshalb hätten sie die World Alliance für Clean Technology gegründet, um die Solarkräfte weltweit zu bündeln. Nicht green, sondern clean. Denn Grün sei politisch. Wenn man die Leute berühren wolle, dürfe man in dieser Sache nicht politisch sein, sondern zeigen, dass man mit sauberer Energie Geld verdienen und Arbeit schaffen könne. «Das hat nichts mit Links oder Rechts zu tun».

Der Wunsch des Grossvaters

Schon sein Grossvater habe im Jahr 1942 geschrieben, dass die Welt die Solarenenergie brauche. Sein Ziel mit Solar Impuls 2 sei deshalb nicht in erster Linie das Fliegen gewesen, sondern der Solarenergie zu helfen. «Das Flugzeug war ein Werkzeug, jetzt müssen wir weitergehen.» Was mit dem Solarflugzeug in Zukunft geschehen soll, ist nach Borschberg noch nicht klar. Bevor es in einem Museum lande, werde man wohl noch damit fliegen. Und kleinere Solarflugzeuge würden vielleicht einst für Erdbeobachtungen eingesetzt, weil sie flexibel und nachhaltig eingesetzt werden könnten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.