Sepp Blatter vor dem Aus?

Sepp Blatter, Präsident des Weltfussballverbandes, steht laut einem Medienbericht unmittelbar vor der Suspendierung durch die Ethikkommission der Fifa. Dasselbe Schicksal droht Michel Platini, Chef des europäischen Fussballverbandes.

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Sepp Blatter steht im Fokus von Ermittlungen - seinen Job als Fifa-Chef könnte er schon bald los sein. (Bild: Keystone)

Sepp Blatter steht im Fokus von Ermittlungen - seinen Job als Fifa-Chef könnte er schon bald los sein. (Bild: Keystone)

Sepp Blatter und Michel Platini: einst waren sie Freunde, mittlerweile gelten sie als Intimfeinde. Und nun könnten die beiden dasselbe Schicksal erleiden: Laut einem Bericht des Online-Portals &quot;<span style="display: none;">&nbsp;</span>welt.de<span style="display: none;">&nbsp;</span>&quot; sollen die beiden unmittelbar vor der Suspendierung von ihren Ämtern stehen.

Laut dem Online-Portal nimmt der Druck auf Sepp Blatter und Michel Platini wegen neuer Erkenntnisse über die Tätigkeit des Franzosen für die Fifa zwischen 1999 und 2001 zu. "welt.de" beruft sich dabei auf Fifa-nahe Quellen.

Platini zum Schweigen gebracht?
Bereits nachdem bekannt geworden war, dass die Fifa Platini zwei Millionen Franken für angebliche Arbeiten überwiesen hatte, gab es einen Sturm der Entrüstung. Der Verdacht: Blatter brachte den Franzosen mit einer Geldzahlung davon ab, ihn vom Fifa-Thron stürzen zu wollen. Nun will "welt.de" erfahren haben, dass Platini noch viel mehr Geld erhielt. Angeblich ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft mittlerweile auch gegen Platini und nicht nur gegen Blatter.

Warner ausgeschlossen
Derweil hat die Ethik-Kommission der Fifa ihren ehemaligen Vize-Präsidenten Jack Warner lebenslang für jegliche Tätigkeiten im Fussball gesperrt. Als Grundlage für den Ausschluss des 72-Jährigen aus Trinidad und Tobago nannte die Kommission die Ermittlungen, die von der Untersuchungskammer der Ethikkommission aufgrund des Berichts über die Untersuchung des Bewerbungsverfahrens der Fussball-Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022) vorgenommen wurden.

Warner sei Drahtzieher von Systemen gewesen, welche die "Gewährung, Annahme und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung", schreibt die Fifa-Rechtskammer. In diesem Zusammenhang ermittelt auch das FBI gegen den Ex-Chef der Konföderation CONCACAF.

Warner und der Vertrag
Jack Warner war bereits im Juni 2011 nach Vorwürfen der Bestechung bei den umstrittenen WM-Vergaben von allen Ämtern zurückgetreten. Zuletzt hatte zudem im Zuge der Ermittlungen gegen Fifa-Chef Sepp Blatter ein Vorgang aus dem Jahr 2005 für Brisanz gesorgt. Blatter soll damals mit Warner einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen haben. Die von Blatter für 600'000 Dollar übertragenen TV-Rechte veräusserte Warner gemäss Schätzungen zwei Jahre später für 15 bis 20 Millionen Dollar.

Der frühere Spitzenfunktionär aus der Karibik sass von 1983 bis 2011 in der Exekutive der Fifa. Derzeit ist er gegen Kaution auf freiem Fuss. Die Justiz in Trinidad und Tobago wird im Dezember über seine mögliche Auslieferung an die USA entscheiden. (red./sda)