SEGELJACHT: Masten von Superjacht zu hoch für Ostseebrücken

Ein russischer Milliardär liess sich in Kiel ein riesiges Segelschiff bauen. Blöd ist nur, dass die Jacht wegen ihrer hohen Masten die Ostsee gar nicht verlassen kann.

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Die Masten der "Sailing Yacht A" sind mit 90 Metern ähnlich hoch wie der Big Ben in London. (Bild: Keystone)

Die Masten der "Sailing Yacht A" sind mit 90 Metern ähnlich hoch wie der Big Ben in London. (Bild: Keystone)

Durch das smaragdgrüne Wasser der Karibik segeln oder an den mondänen Orten der Côte d'Azur anlegen - davon hat der russische Milliardär Andrej Melnitschenko wohl geträumt, als er bei einer Kieler Werft den Bau seiner "Sailing Yacht A" in Auftrag gab. Vor ein paar Tagen lief das Schiff in der norddeutschen Stadt Kiel vom Stapel - pünktlich zum Winter, den Melnitschenko wohl in sonnigeren Gefilden verbringen wollte. Die Wünsche des Oligarchen wurden allesamt erfüllt: Die "Sailing Yacht A" verfügt über ein eigenes U-Boot, einen Helikopterlandeplatz und eine Panorama Lounge. Der Kiel verfügt zudem über eine Glasspitze, durch welche die Unterwasserwelt beobachtet werden kann.


Melnitschenko hat aber ein Problem. Sein Superschiff kann die Ostsee gar nicht verlassen, wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt. Grund dafür sind die über 90 Meter hohen Masten - sie sind ähnlich hoch wie der Big Ben in London. Die Passage zwischen Dänemark und Schweden kommt für die Jacht nicht in Frage - die Durchfahrtshöhe der Öresundbrücke beträgt nur 57 Meter .Auch der Grosse Belt zwischen den dänischen Inseln Fünen und Seeland ist durch eine Brücke versperrt. Und irgendeiner hat vergessen, das Schiff mit einklappbaren Masten zu versehen. Eine Option wäre der Drogden-Kanal zwischen Dänemark und Deutschland. Dort könnte es aber mit dem Tiefgang der Superjacht knapp werden. Zudem müsste bei der Passage eine Landebahn des Flughafens Kopenhagen-Kastrup gesperrt werden - der Drogden-Kanal liegt genau in der Anflugschneise.

Melnitschenkos Presseteam äusserte sich nicht zur Frage, wie der Segler es je aus der Ostsee schaffen soll. Guter Rat scheint teuer. Immerhin besitzt der Milliardär mit der "Motor Yacht A" bereits ein 119 Meter langes Motorschiff. Der Winter ist somit trotz allem gerettet. (chk)