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«Schwarzer Adler», St. Gallen: Erststockbeiz mit frischem Touch

Es ist ein bisschen wie mit der biblischen Wegkreuzung, mit dem bequemen Weg ins Verderben und dem beschwerlichen in den Himmel. Den «Schwarzen Adler» betritt man nicht durch ein elegantes Entrée.
"Zu Tisch" Picto

"Zu Tisch" Picto

Es ist ein bisschen wie mit der biblischen Wegkreuzung, mit dem bequemen Weg ins Verderben und dem beschwerlichen in den Himmel. Den «Schwarzen Adler» betritt man nicht durch ein elegantes Entrée. Man kraxelt über eine enge Treppe hoch, dreht sich um 180 Grad, quert Küchentür und Tresen – und steht dann in einer kleinen, einladenden Wirtsstube. Im ersten Stock zwar nur, aber nahe dem kulinarischen Himmel, wie sich zeigen wird.

Der «Schwarze Adler» im schmalen Haus am Marktplatz ist ein traditionsreicher Ort. Er ist das Zunfthaus der Konditoren, die ihre Zunftstube im zweiten Stock noch monatlich nutzen. Die übrige Zeit steht sie den Gästen offen, wie auch der dritte Raum, der «Salon français», wie die verwunschene Pergola im Innenhof, die hoffentlich bald Saisoneröffnung feiern kann. Und wie natürlich die eigentliche Gaststube.

Vegetarisches Gerüst

Ein besonderer Ort also mit viel Geschichte, der aber auch einen Touch schräge, moderne Gastronomie hat. Dahinter steht Bernadette Eberle. Sie probiere gern aus, bringe von fast jeder Ferienreise etwas nach Hause, das sich adaptieren lasse, sagt sie. Eberle arbeitete schon im Gastgewerbe, als sie noch nicht einmal zwanzig war. Gelernte Köchin ist sie nicht, sie rutschte ins Metier hinein, ihre Liebe zur Küche hat sie im damaligen Volkshaus an der Lämmlisbrunnenstrasse entdeckt. In der Folge arbeitete sie abwechselnd in Küche und Service, in Genossenschafts- oder Quartierbeizen, seit August 2008 nun ist sie im «Schwarzen Adler». Wo sie so und mit den Sachen arbeiten kann, wie es ihr behagt. Das heisst: schöne Qualitätsprodukte, regionale Herkunft und saisongerecht. «Ich warte schon auf den Bärlauch», sagt sie.

Bernadette Eberle arbeitet gern mit Antipasti und Pasta, sie findet vegetarische Gerichte spannend (ohne Vegetarierin zu sein: «Ich habe auch gern Würste.»). Das offenbart auch die Karte: Eberle hat quasi den Spiess umgedreht, die Hauptkarte enthält Gerichte wie Kartoffelgratin mit Pilzen, Blattspinat und Ofengemüse (28.50) oder Nudeln an Trüffelrahm mit Gemüse und gerösteten Marroni (28.50). Diese Vegi-Gerichte ergänzend kann der Karnivore Fleischstücke ordern, etwa Lammrückenfilet (mit dem Vegi-Gerüst 39.50) oder Pouletbrust (33.50).

Ein Salat zum Schwärmen

Auf den Ecktisch beim alten Buffet kam nach der sehr aromatischen, orientalisch angehauchten Saisonsuppe (7.50) ein Blattsalat mit gebackenem Geissenkäse an Honigsenfsauce (12.50): Käse, Vinaigrette und Mangostücke ergaben ein umwerfendes Geschmacksbouquet. Das Ossobuco casalinga mit Polentaschnitten (32.–) war kräftig, reichhaltig – und dank einer Zitrusnote gleichzeitig sehr leicht. Desserts wie Limettenparfait mit Dörraprikosen (9.50) oder Gâteau de Payerne (6.50) führen die Handschrift der Wirtin weiter. Die Weinkarte ist klein, aber geschickt assortiert.

Unser Eindruck: Der «Schwarze Adler» ist ein Stück St. Galler Erststockbeizkultur mit frischem, unkonventionellem Touch – und einem aufgestellten Frauenteam.

Beda Hanimann

Schwarzer Adler, St. Gallen Bernadette Eberle, Marktplatz 12, St. Gallen, Tel. 071 222 75 07 www.schwarzeradler.ch Öffnungszeiten: Mo–Fr 11–14, 17–23 (Sa/So für Gruppen offen) Karte: Täglich 2 Mittagsmenus 18.50; A-la-carte-Hauptgerichte 18.50 bis 39.50

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