Schwarze und andere Schafe

Sie stehen für das Schlechte, manchmal auch nur für das Nichtangepasste. Schwarze Schafe gibt es in der Familie. Etwa der freigeistige Sohn, der nun Surfboards baut statt als Anwalt reiche Männer und Frauen zu beraten, die sich entliebt haben.

Diana Bula
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Diana Bula)

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Sie stehen für das Schlechte, manchmal auch nur für das Nichtangepasste. Schwarze Schafe gibt es in der Familie. Etwa der freigeistige Sohn, der nun Surfboards baut statt als Anwalt reiche Männer und Frauen zu beraten, die sich entliebt haben. Er hat einen ganz anderen Lebensentwurf gewählt als jenen, den die Verwandten für ihn vorgesehen hatten. Menschen, die Feuerwerk zünden, ohne eine Bewilligung eingeholt zu haben, fallen ebenfalls in die Kategorie der schwarzen Schafe. In einem ganz anderen Zusammenhang titelte eine deutsche Zeitung: «So erkennen Sie die wenigen schwarzen Schafe.» Sie gab Tips, wie man Handwerker erkennt, die Leichtgläubigen unnötige Reparaturen aufschwatzen. Und trotz Korruptionsskandal bei der Fifa ist laut Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic, der Anteil «an schwarzen Schafen» bei Sportverbänden klein. Schwarze Schafe gibt es überall.

Auch auf der Wiese, wo sie eigentlich herkommen. Gemäss Schätzungen von Experten ist dort jedes 300. Schaf schwarz. Schwarze Schafe sind bei vielen Züchtern verpönt, weil sich die Wolle dieser Tiere schlecht färben lässt. Die Wolle weisser Schafe eignet sich hingegen viel besser. Die Abneigung der Schafzüchter habe den Sinn der Redewendung geprägt, heisst es. Hätte eine Szene am Anfang gestanden, die sich am Wochenende im Appenzellerland beobachten liess, wäre es mit der Redewendung anders gekommen. Eine Wiese voller Schafe – schwarzer Schafe. Und mittendrin ein rot(braun)es Schaf. Allem Anschein nach fühlte es sich pudelwohl und kein bisschen als Querulant.

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