"Schumacher ist ein Patient wie jeder andere auch"

Michael Schumacher erhält in der Universitäts-Klinik CHUV in Lausanne Spitzenmedizin in Neurologie und Rehabilitation. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer wird wie jeder andere Patient behandelt, sagte Professor Richard Frackowiak, Chef der klinischen Neurowissenschaften.

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Seit Anfang Woche liegt Michael Schumacher im Universitätsspital von Lausanne. (Bild: Keystone)

Seit Anfang Woche liegt Michael Schumacher im Universitätsspital von Lausanne. (Bild: Keystone)

Auch ein VIP sei ein Patient wie jeder andere, sagte der zuständige Professor. Für das CHUV sei das "business as usual", ausser den Sicherheitsvorkehrungen. Die Privatsphäre der Familie müsse respektiert und das Arztgeheimnis gewahrt werden.

"Wir nehmen das sehr ernst und bestehen darauf, dass sich alle damit abfinden." Zum Gesundheitszustand seines Patienten machte der Professor keine Angaben.

Den Bedürfnissen anpassen
Die klinischen Neurowissenschaften seien einer der prioritären Pfeiler in der Strategie des CHUV, sagte Frackowiak am Dienstag der Nachrichtenagentur sda. Die Abteilung sei modern und die verschiedenen Bereiche wie Neurologie, Neurochirurgie, Neuropsychologie und Rehabilitation "arbeiten gut zusammen".

Das CHUV ist gemäss Frakowiak das einzige Spital in der Schweiz, das diesen aufstrebenden Ansatz verfolgt. "Wir passen die verschiedenen Tätigkeitsfelder auf die Bedürfnisse des Patienten an und arbeiten auf interdisziplinäre Weise", sagte der Professor.

Verlegung nach Lausanne gut verlaufen
Weil er im Ausland weilte, konnte Frackowiak Michael Schumacher nicht im CHUV empfangen. Der Rekordweltmeister der Formel-1 wurde am Montag nach Lausanne gebracht. "Ich begegnete ihm schon vor vier Jahren", sagte der Professor.

Der Transfer von Grenoble nach Lausanne ist unter "sehr, sehr guten Bedingungen verlaufen". Die Verlegung wurde erwartet, weil Michael Schumacher in Gland im Kanton Waadt wohnhaft ist. Zum jetzigen Zeitpunkt zieht das CHUV keine externen Spezialisten bei. Wenn sich das Bedürfnis danach zeige, werde man dies in Anspruch nehmen, sagte Richard Frackowiak. Zurzeit sei es aber nicht nötig.

Schwerer Skiunfall
Michael Schumacher war am 29. Dezember vergangenen Jahres im französischen Wintersportort Méribel beim Skifahren schwer gestürzt und mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt.

Im Spital in Grenoble wurde er mehrfach am Kopf operiert und lag danach wochenlang im künstlichen Koma. Ende Januar begannen die Ärzte damit, ihn langsam aus dem Koma zu holen. Am Montag gab seine Managerin Sabine Kehm bekannt, dass er aus dem Koma erwacht ist und die Klinik in Grenoble verlassen konnte. (sda)

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