Schrecken der Frösche und Kröten

Pro Natura hat die ungiftige und harmlose Ringelnatter zum «Tier des Jahres 2015» gewählt. Doch der einheimischen Wasserschlange gehen die Tümpel und Weiher aus.

Bruno Knellwolf
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Die ungiftige und harmlose Ringelnatter hat Pro Natura zum «Tier des Jahres 2015» gewählt. (Bild: Pro Natura)

Die ungiftige und harmlose Ringelnatter hat Pro Natura zum «Tier des Jahres 2015» gewählt. (Bild: Pro Natura)

Viele beschleicht beim Anblick einer Schlange ein ungutes Gefühl. Doch vor der Ringelnatter braucht man sich nicht zu fürchten. Die Wasserschlange, welche von Pro Natura zum Tier des Jahres 2015 gewählt worden ist, ist zum einen ungiftig und zum anderen sofort auf der Flucht, naht ein Mensch.

Fürchten müssen sich nur Frösche, Kröten, Molche, Salamander und Fische. Denn diese verschlingt die Ringelnatter lebendigen Leibes. Das scheue Reptil kann für die Jagd 30 Minuten unter Wasser bleiben. Die meist an den hellen, halbmondförmigen Flecken im Nacken erkennbare Ringelnatter gehört zu einer von acht Schlangenarten, die in der Schweiz heimisch sind. Sechs davon sind ungiftig, neben der Ringelnatter auch die Äskulapnatter, die Schlingnatter, die Vipernatter, die Würfelnatter und die Gelbgrüne Zornnatter.

Zwei giftige Ausnahmen

Die zwei giftigen Ausnahmen sind die Aspisviper und die Kreuzotter, die vor allem im Jura, in den Alpen und in der Südschweiz vorkommen. Im Mittelland aber nicht, ganz im Gegensatz zur harmlosen Ringelnatter, die praktisch in allen Regionen der Schweiz lebt, wie Pro Natura mitteilt. Die exzellente Schwimmerin und Taucherin ist eine von drei Wasserschlangen in der Schweiz. Sie verkriecht sich von Oktober bis März in frostfreie Schlupfwinkel und hält Winterruhe.

Paarung im April

Ende März oder im April ist es damit vorbei und die Schlange macht sich auf zur Paarung. Die Weibchen legen danach 10 bis 40 Eier in verrottende Laubhaufen, Baumstümpfe, Kompost- oder Misthaufen, in denen ein warmes, feuchtes Mikroklima herrscht. Nach sieben bis neun Wochen schlüpfen die bleistiftgrossen Jungschlangen. Ringelnattern wachsen ihr Leben lang. Da ihre Haut nicht mitwächst, müssen sich die Tiere mehrmals im Jahr häuten. Ringelnatterweibchen werden bis zu 140 Zentimeter lang, die Männchen erreichen knapp einen Meter.

Leider gibt es immer weniger Ringelnattern in der Schweiz, weil die Zahl amphibienreicher Gewässer stetig abnimmt, in denen die Schlange ihre Nahrung findet. Pro Natura ruft deshalb dazu auf, Weiher, Tümpel und Teiche zu erhalten, zu vernetzen und neue zu schaffen.