Schöne Reise, schöne Fotos

Die Sonne versinkt glutrot im Meer. Klick, klick, klick. Doch daheim ist auf der Aufnahme nur ein milchiger Himmel zu sehen. Acht Tips, wie Ferienfotos gelingen.

Diana Bula
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Nicht nur dastehen und lächeln: Fällt dem Tourist eine originelle Pose ein, wird das Bild zum Hingucker. (Bild: fotolia)

Nicht nur dastehen und lächeln: Fällt dem Tourist eine originelle Pose ein, wird das Bild zum Hingucker. (Bild: fotolia)

Wenn Christof Sonderegger in der Schweiz, in Äthiopien oder anderswo unterwegs ist, ist seine Kamera stets dabei. Manchmal drückt er im Auftrag von Schweiz Tourismus auf den Auslöser, manchmal als Fotograf, der seine Bilder später an Kalenderverlage verkauft. Der 60jährige Rheinecker verrät, wie Ferienfotos zum Souvenir werden.

1. Zur richtigen Tageszeit

Morgens und abends ist das Licht warm und weich. Es zeigt Landschaften von ihrer schönsten Seite. Das warme Licht betont die Hautfarbe von Menschen. Eine gute Zeit also, um Porträts aufzunehmen. «Kommt der Reisende mittags an einem Wasserfall vorbei, soll er aber trotz Gegenlicht auch ein Foto machen», sagt Sonderegger. Eine Nachtaufnahme, ein Bild in der Morgendämmerung oder in der prallen Mittagssonne: Abwechslungsreiches Licht belebt die Fotosammlung.

2. Im Gegenlicht

Fotografiert man gegen die Sonne, ergeben sich unbeabsichtigt hübsche Effekte. Das Licht bricht und taucht in Form von bunten Punkten auf dem Bild auf. Der Reisende, der vor der Sonne steht, erscheint wie in einem Scherenschnitt. «Die Person im Profil darstellen, sei es als Porträt oder in Aktion», rät Sonderegger. Das ergebe interessantere Silhouetten.

3. Die optimale Distanz

Ein Tourist vor einer Hauswand: Das Foto kann in London entstanden sein – und überall sonst. Der Hintergrund ist bei einem Ferienbild sehr wichtig. «Das Model soll deshalb vor einer Sehenswürdigkeit posieren», sagt Sonderegger. Was aber, wenn der Big Ben nicht ins Bild passt? Meist geht der Fotograf dann einige Schritte zurück. Irgendwann erfasst die Kamera den ganzen Glockenturm, der Reisende aber kommt einem Winzling gleich. «Geht der Fotograf auf Distanz, muss das Model mit ihm gehen. So sind Big Ben und Tourist gleich gross im Bild.»

4. Mit Konzept

Ein Russe hat Berühmtheit erlangt, indem er seine Freundin in Barcelona, Singapur und an anderen Orten der Welt fotografiert hat – stets in der gleichen Pose. Sie zieht ihn ungeduldig weiter. «Das fällt schon fast unter Kunst», sagt Sonderegger. Das Beispiel zeigt: Wer sich überlegt, bevor er fotografiert, fesselt den Betrachter. Weshalb in New York nicht Wassertürme statt Hochhäuser ablichten? Oder sich in Marokko auf bunte Türen konzentrieren?

5. Der Sonnenuntergang

Die Sonne steht glutrot über dem Meer. Rasch ein Foto schiessen. Doch daheim auf dem Bild ist die satte Farbe einem milchigen Pastellton gewichen. «Achtung vor dem automatischen Weissabgleich.» Mag die Funktion oft weiterhelfen, verwässert sie die Sonnenuntergänge. Deshalb: Mit manuellem Weissabgleich arbeiten.

6. Aktive Models

Der Partner steht am Strand, im Park, in der Wüste, mit gequältem Lächeln. «Ständiges Fotografieren nervt die Begleitung.» Sondereggers Ratschlag: Den Partner nur zwei- bis dreimal pro Tag ablichten – dafür in Aktion. Etwa wenn er sich so hinstellt, als würde er den Schiefen Turm von Pisa stützen. Oder er auf dem Markt einen asiatischen Reishut anprobiert.

8. Teller nicht blitzen

Schmeckt das Essen, wird es abgelichtet. «Den Blitz ausschalten. Er lässt Speisen unappetitlich aussehen.» Auch auf die Perspektive kommt es an: Nicht von oben, sondern aus dem Blickwinkel des Essenden (von schräg vorne) fotografieren. So macht der Gyros mit Tzatziki noch lange glustig.