Schloss-Hotel Wartensee: Altes Gemäuer, moderne Küche

Betritt man die Terrasse des «Wartensee», verschlägt es einem fast den Atem: die Aussicht über den Bodensee ist grandios. Bei einem Glas frischem Sancerre von Lucien Crochet (7.50/dl) geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen und bewundern das stattliche Schloss.

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"Zu Tisch" Picto

"Zu Tisch" Picto

Betritt man die Terrasse des «Wartensee», verschlägt es einem fast den Atem: die Aussicht über den Bodensee ist grandios. Bei einem Glas frischem Sancerre von Lucien Crochet (7.50/dl) geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen und bewundern das stattliche Schloss. Es geht zurück auf eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, gehörte mal dem Kloster St. Gallen und zuletzt der reformierten Kirche des Kantons. Der englische Komponist Robert Lucas Pearsall liess um 1850 die Burg im Stil der englischen Neugotik zum heutigen Schloss umbauen. Seit 2012 ist es wieder in Privatbesitz; im Frühling wurde darin ein Hotel und ein Restaurant eröffnet.

Die eigene Bratwurst

Geführt wird das Schloss-Hotel von René Engler, Monika Gerster und dem jungen, aber schon erfahrenen Küchenchef Sandro Vladani. Aus seiner «Terrassenkarte» wählen wir den hausgemachten Schwartenmagen mit Balsamico-Kräutervinaigrette (17.50) und das Rindstatar (18.50). Beides wird schön garniert serviert, der Schwartenmagen kräftig-würzig, das Tatar saftig. Darauf folgen ein perfekt rosa grilliertes australisches Rindsfilet mit Pfeffersauce, Sommergemüse und Pommes Frites (45.–), tiptop, und «Fish and Chips» vom Bodensee (Felchen, 26.50) – die «Chips» nicht wie das Original in Zeitungspapier serviert, aber doch in einer dieses imitierenden Papiertüte. Es verlockten noch andere Köstlichkeiten, etwa die mit Kartoffelsalat servierte Bratwurst, die Vladani selbst wurstet (19.50). Begleiter der Hauptgänge ist ein Malanser Pinot Noir von Georg Fromm, ein eleganter Wein mit feiner Säure (56.–), ausgewählt aus einer vielfältigen Weinkarte.

Da man nun wieder öfter drinnen sitzen muss, sei schon mal ein Blick in die Karte des Kräuterrestaurants «Herbarium» geworfen – Vladani liebt es, mit Kräutern zu kochen, sie würden den Gerichten eine gewisse Frische geben. Gut vorstellen kann man sich das Pastinaken-Birnen-Süppchen mit gebratener Crevette (15.50), gefolgt von gebratenem Zander mit Thymian-Kartoffelpüree und Blattspinat an Safranschaum (38.50) oder von einem Waldpilzrisotto (22.50). Serviert werden auch «Klassiker» wie Cordon bleu oder das Zürigeschnetzelte. Im «Herbarium» wird die traditionelle Küche gepflegt.

Der Gast schaut zu

Im daneben liegenden «Surprise», das am 2. Oktober öffnet, kommt die eine oder andere kulinarische Überraschung hinzu. Hier wird auch vor dem Gast gearbeitet – so wird das Tatar am Tisch zubereitet, wird flambiert und tranchiert. Dies von Sabrina Keller, Weltmeisterin 2011 in der Sparte Restaurant-Service. Und noch etwas Besonderes: die Karte wird vom Küchenchef gezeichnet!

Das Schloss verfügt über viele Räume, die teils für die Gastronomie genutzt werden, etwa das Cheminée-Zimmer, in dem einmal monatlich ein Steakabend für 15 bis 20 Gäste durchgeführt werden soll.

Unser Eindruck: Ins «Wartensee» geht man gerne wieder hin. Es bietet in einem besonderen Ambiente eine schöne, vielfältige Karte. Und was vom freundlichen Service aufgetragen wird, sitzt.

Urs Bader

Schloss-Hotel Wartensee 9404 Rorschacherberg Tel. 071 858 73 73 schloss@wartensee.ch Öffnungszeiten: ab 7.30 täglich Karte: Vorspeisen ab Fr. 9.50, Hauptgänge ab Fr. 20.50, Tagesteller (vier Menus) ab Fr. 17.50