Scheitern ist verboten – das wäre Antiwerbung

Andreas Stock
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Performancekunst Vom 1. bis 10. September findet im Hochmoor von Gais AR Unerhörtes statt. Unter dem Titel «Klang-Moor-Schopfe» präsentieren zehn nationale und internationale Künstler (darunter Roman Signer) Soundinstallationen. Die Klangkünstler und Soundtüftler bespielen neun Scheunen, die am Fusse des Hirschberg-Walds stehen.

Die ortsspezifischen Installationen konnte der Initiant und Musiker Patrick Kessler dank Stiftungen, der Ausserrhoder Kulturförderung und Privaten finanzieren. Um während der 10 Tage dauernden Ausstellung ein Rahmenprogramm bieten zu können, suchten Kessler und der Kulturmanager Jacques Erlanger die Mittel dafür via Wemakeit.

1800 Adressen konnte man anschreiben, um die angestrebten 10000 Franken zusammenzubringen – das schien realistisch. Doch: «Ein Selbstläufer wurde es nicht», betont Erlanger. Es brauche einigen zeitlichen und administrativen Aufwand, nicht nur weil man die Leute via Mail oder telefonisch an die laufende Sammlung erinnern müsse. Auch ein Video wurde extra produziert: «Viele dieser Videos sind sehr professionell gemacht» – da durfte der eigene Auftritt nicht zu sehr abfallen.

Dass sie ihr Finanzierungsziel erreichten, habe man wohl auch sogenannten «Multiplikatoren» zu verdanken, die zusätzlich auf das Projekt hingewiesen haben, wie in ihrem Fall der Newsletter des Palace. Zu scheitern, das kam laut Erlanger nicht in Frage. «Das wäre Antiwerbung gewesen», sagt Patrick Kessler. Und obwohl sie lediglich Geld für das Rahmenprogramm gesucht hatten, sei das offensichtlich nicht allen Spenderinnen und Spendern klar gewesen. Beschenkt wurden die Geldgeber – die Mehrheit spendete zwischen 26 und 100 Franken – mit Gratiseintritten.

Andreas Stock